Immer weitermachen: Matula – Auf Allen Festen

Cover 'Auf allen Festen'

LP-Cover ‚Auf Allen Festen‘

Matula haben einen neue Platte veröffentlicht! ‚Auf Allen Festen‘ ist über das Label Zeitstrafe veröffentlicht worden. Und warum die so gut ist, werde ich euch erklären.

Ich mag die Band Matula. Sogar ganz gerne. Warum genau, weiß ich eigentlich gar nicht mehr so. Ich sah sie vor ein paar Jahren unvorbereitet auf einem Asta-Sommerfest einer Uni und seitdem sind sie einfach da in meinem Kosmos. Es war eine der ersten Bands dieses ‚Emo-Punk-Rock‘-Genres, die ich mit etwas mehr Aufmerksamkeit kennenlernte. So gelangt man auf lange Sicht in die Herzen der Fans: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort einen ordentlichen Auftritt hinlegen – auch wenn der Rest des Publikums eher wenig Bock hatte. Ich meine mich auch zu erinnern, dass Matula das zwar gemerkt, es sich aber nicht anmerken lassen wollten – und so bretterten sie einen Song nach dem anderen herunter. Und das blieb mir auch positiv in Erinnerung. Diese Punk-Haltung, die mich immer beeindruckt: Einfach machen und durchziehen – egal was ist.

Was mir auch immer schon so gefallen hat an Matula, ist ihre ruhige, unaufgeregte Art – sowohl als Typen auf der Bühne, als auch in ihrer Musik, ohne es jetzt negativ zu meinen, im Sinne von langsam oder langweilig. In diesem Punkt fühle ich mich auch bestätigt, da zufälligerweise Love A-Jörkk genau das gleiche über diese Band im Promotext zur Platte schrieb. Und es genauso positiv meint, wie ich. Diese ruhige, nordische Art Dinge zu betrachten und nicht rumzujammern. Erst den Mund aufzumachen, wenn man klar sieht – aber dann mit Schmackes!

CD-Cover 'Auf Allen Festen'

CD-Cover ‚Auf Allen Festen‘

Die neue Platte ‚Auf Allen Festen‚ knüpft an die letzten Platten ‚Kuddel‘ und ‚Blinker‘ nahtlos an – und das ist auch gut so. Für mich haben Matula von Anfang an genau gewusst, wie sie klingen wollen und was sie mit der Band bewirken wollen. Und das ziehen sie weiterhin durch. Den neuen Songs hört man eine musikalische Überlegtheit an, doch das, was man bei Matula immer geliebt hat, findet man auch auf der neuen Platten wieder: die melodische Gitarrenmelodie über der Punkformation Gitarrenriff – Schlagzeug – Bass. Und dazu die unverkennbare, näselnde Stimme von Sänger Thorben.

Auf ‚Auf allen Festen‘ beobachten die Jungs Lebensentwürfe, die ein jeder bei einem Freund des Kumpels selbst schon beobachtet hat. Die vor allem in der heutigen Zeit bestehende Rastlosigkeit wird thematisiert. Im Titelsong geht es um eben jenen, der überall dabei sein muss, nichts verpassen darf, überall mitmischen will. Ganz nach dem Motto „auf allen Festen tanzen / am besten mit der Braut“. Dies wird in ‚Kolumbus‘ soweit getrieben, dass der Protagonist ganz dem Entdecker gleich raus muss, Welten entdecken muss und sich dabei nie eine Basis geschaffen hat, wohin er zurückkehren kann, da er nur unterwegs war. Er soll ihnen Karten schreiben, wie schön es ist. Dabei tut es ihnen leid, „dass du immer alleine bleiben wirst“. Denn „wir haben Zeit / und du hast nichts“.

Der Entwurf, der sich daran anschließt, ist das Ankommen wollen, der Suche nach dem Zuhause. „Was ist das für ein Leben / was man nicht führen kann? / Wie lange muss man laufen / bis man weiß, wohin?“. In ‚Für ein Leben‘ hinterfragt die gegenwärtige Situation und vergleicht sie mit der Vorstellung einer Zukunft, die man hat. Zum einen nämlich, nicht mehr alleine durch das Leben ziehen zu wollen. „Ich bleibe immer hungrig / wenn ich alleine essen muss […] Wenn etwas bleibt: Der Gedanke an einen Heimweg“.

Und während man weiter auf der Suche ist, grätscht das Leben immer wieder gut und gerne zwischen die Beine. Die erste Single ‚Schwarzweißfotos‘ erzählt von den Zweifeln. „In Welten eingezwängt / in denen man mit macht / hat man dir erzählt / dass es auch anders geht / und du zweifelst weiter / weil es dir so gut steht.“ Matula beobachten haarscharf. Wir machen alle so mit im Leben, und vergessen dabei, wenn es uns nicht gut bekommt, dass wir auch etwas daran ändern können. Es muss nicht viel sein, doch Angst besteht bei jeder Veränderung. Davon sollten wir uns nicht entmutigen lassen. „Du bleibst ein Mensch / und die verlieren“ (aus ‚Die härtesten Türen der Stadt). Bäm! Weitermachen trotz Scheitern. ‚Monstrum‘ veranschaulicht diesen Komplex sehr gut: „Wer weiß denn schon, wie man nach Hause kommt / das alles aushält / weiter in Aufruhr bleibt? / Es gibt viele Ideen / mit denen man scheitert / Wir bleiben einfach sprachlos / und hoffen weiter.“

Ach, genau deswegen mag ich Matula. Diese schlauen Sätze, die man ihnen auf den Konzerten entgegen schmettern will und dabei gar nicht merkt, dass man wachgerüttelt wird. Und das macht die neue Platte so gut.

Matula sind ab nächster Woche auf Tour:

28.02.2014 Magdeburg, Café Central
01.03.2014 Erfurt, Ilvers
02.03.2014 Dresden, AZ Conni
03.03.2014 Berlin, Ramones Museum
04.03.2014 Nürnberg, Club Stereo
05.03.2014 A-Wien, Bach
06.03.2014 München, Sunny Red
07.03.2014 Wiesbaden, Kulturpalast
08.03.2014 Köln, Privat
14.03.2014 Lübeck, Blauer Engel
15.03.2014 Hamburg, Nachtasyl
04.04.2014 Göttingen, Theaterkeller
05.04.2014 Dortmund, Nordpol
17.04.2014 Berlin, Cassiopeia
18.04.2014 Wunstorf, Osterwelt
19.04.2014 Trier, villaWuller
20.04.2014 Saarbrücken, Kleiner Klub (Garage)

Matula

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