„Das ist kein Saufladen- das ist ein Kulturdings!“

389766_324430244294420_402060032_nBesagtes Zitat stammt von Gunnar Vosgröne. Früher bei Escapado. Dazwischen bei Tomte. Jetzt bei Henri Parker. Er hat es auf den Punkt gebracht. Vor einigen Tagen spielte Henri Parker in der Makrele in Hamburg. Einerseits freute ich mich sehr darauf, aber andererseits wusste ich âuch genau, wie es in solchen „Läden“ zugeht, wenn dort Musiker ohne Verstärkung spielen & mehr oder weniger auf ihre Stimmen angewiesen sind. Und wenn man dann noch weiß: Es muss kein Eintritt gezahlt werden- der Hut geht später dafür rum. Tja, dann hat der Musiker die Arschkarte gezogen. Sagen wir es doch einfach mal so wie es ist. Okay, nicht nur der Musiker, sondern auch die wenigen Leute, die gekommen sind, um sich den Auftritt anzusehen.

Deswegen überlege ich immer mehrmals: „Mmh, die spielen in der Makrele. Soll ich oder nicht?“ Meistens tendiere ich tatsächlich zu „Nein, ich lass es lieber.“- um ja keinen schlechten Abend zu verbringen und mich nicht hinterher zu ärgern. Das Problem ist einfach das vorhandene Publikum. Ob nun in der Makrele oder in der Hasenschaukel, oder oder oder! Den Musikern wird eine Plattform gegeben, um ihre Songs vorzutragen. Was schon eine gute Sache ist. Problematisch wird es dann einfach, wenn man wirklich keinerlei Eintritt zahlen muss & somit immer wieder die „Laufkundschaft“ durch den Laden trampelt. In kleinen Grüppchen. Die Leute versammeln sich an der Theke, ordern alkoholische Getränke und fangen an zu labern. Und es nimmt kein Ende.

Selbst wenn die Musiker in einem ruhigen Ton versuchen zu sagen: „Haltet doch jetzt endlich mal die Fresse!„- nichts passiert. Gut, für die ersten Sekunden funktioniert das, doch danach geht es wieder von vorne los. Und in diesem Moment denke ich mir tatsächlich: „Wärst du doch im Bett geblieben!“ Man kann diese Leute vielleicht am Anfang ignorieren, aber wenn sich die Lautstärke konstant hält, kann man sich einfach nicht mehr auf die Musiker konzentrieren.

Es ist traurig, wie handgemachte Musik an Wert verliert. Klar passiert sowas auch bei „größeren“ Konzerten. Eintritt meinetwegen zwischen 5 und 8 Euro, aber selbst dann kann man sich zumindest schon etwas mehr in Sicherheit wiegen, weil einfach mehr interessierte Menschen an dem Abend da sein werden. Und nicht nur solche Vollpfosten, die keinerlei Respekt haben. Weder vor dem zuhörenden Publikum, noch vor der spielenden Band.

Wie oft ärgere ich mich über respektloses Verhalten. Sei es durch wirklich hirnlose Kommentare aus dem Publikum, wo Fremdschämen angesagt ist. Durch endloses Gelabere- und ich schon innerlich am Kochen. Dieses „Ach, wir stellen uns in die erste oder zweite Reihe und unterhalten uns einfach mal! Vielleicht können wir sogar noch den Musiker übertönen!“

Oder, wer kennt es nicht: Diese wirklich aufgetakelten Mädels. Schuhe mit Absätzen. Tonnenweise Schminke in der Fresse. Handtäschchen am Start. Und mit einem widerlichen Parfüm ummantelt. Bei einem Rockkonzert, wohlgemerkt. Als Beispiel: Gaslight Anthem in St. Ingbert. Wir in der zweiten Reihe & solche Mädels neben uns. Wo ich mir eher dachte: „Okay, wollten die zu einer Modeshow oder was ist hier los?“ Und genau diese Mädels werfen dann bitterböse Blicke nach hinten, teilweise auch verängstigte, wenn man auf einmal fast zerquetscht wird. Weil Menschen anfangen zu tanzen/pogen/was auch immer. Das ist eher dieses „Auffallen um jeden Preis! Wenn mich Brian Fallon sieht, dann wird er sofort um meine Hand anhalten, weil ich so unfassbar hübsch bin!“ Und dann bekommt man noch vor dem Konzert solche Sprüche mit: „Wenn ich ihn sehe, dann gebe ich ihm deine Nummer!“ „Nein, das machst du nicht!“ „Oh, doch! Das werde ich!“ Kicher, kicher, kicher. Allein solche Aussagen lösen bei mir sofortige Übelkeit aus.

68414_498342900199307_162265238_nWas nervt noch? Jawoll! Paare! Noch so eine schlimme Spezies! Puh. Schon einiges erlebt. Und schon einige Sachen haben mich fast zum Erbrechen gebracht. Paare an sich wären eigentlich kein Problem, wenn:

A) diese sich nicht ständig befummeln oder wirklich widerliche Knutschszenarien starten würden. Ihr wisst schon: Schön mit Zunge und seine Hände irgendwie unter der Gürtellinie. Und mit viel Glück stehen die genau vor dir & man kommt sich wie in einer schlechten Bravo- Fotostory vor.

B) diese sich nicht nach vorne stellen würden. Ihr kennt es doch: Er steht schützend hinter ihr, damit auch ja kein blöder Pogoheini ihr wehtun kann. Denn wir sind ja schließlich bei einem Rockkonzert. Da darf um himmelswillen nicht getanzt oder Berührungen zwischen fremden Menschen ausgetauscht werden. Wenn man dem Paar doch zu nah kommt, kassiert man ein aggressives wegschubsen. Und diesen Blick! Ihr kennt ihn alle, oder?

Achja, und dann haben wir natürlich noch die „Besserwisser-Fans“! Die dürfen selbstverständlich nicht fehlen! Solche, die sich leicht in die Angeber-Schiene drücken lassen können. Die selbstbetitelten „Insider“, die alles wissen und sich darüber auch lautstark unterhalten müssen. Sodass man dem Gespräch nur sehr schwer entgehen kann. Erste Reihe-Steher, die um jeden Preis mitteilen wollen, dass sie da sind. Bei jedem Konzert. Bei jeder Tour. Und natürlich auch an jedem Abend die Setlist und sonstigen Schnickschnack abgreifen wollen. Nur nicht mal anderen die Chance geben, ein Erinnerungsstück zu ergattern. Einfach Egoist sein.

Ohja, fast vergessen: Schlimm sind auch die, die ihre Kamera keine Sekunde aus der Hand legen können! Entweder wird wirklich jedes verfickte Lied gefilmt oder es werden unzählige Fotos gemacht. Ich mein: Ich mache auch Fotos. Aber mittlerweile auch nicht mehr als 5 an einem Abend. Oder auch überhaupt keine. Ich habe es einmal versucht mit dem Filmen. Das war, als Dave Hause in Berlin auf der MS Hoppetosse spielte. Beim letzten Song „The Bridge“ dachte ich mir: Ach, ich probiere das mal aus! Aber:

A) ist die Qualität mehr als unter aller Sau.

B) ist man so abgelenkt und bekommt echt nichts mehr mit. Mein Fazit danach: Einmal und nie wieder!

Warum kann man es nicht einfach genießen? Warum muss man ständig die Kamera hochhalten & alles aufnehmen? Warum? Kann mir das bitte jemand erklären? Ich meine: Wenn das Konzert so wunderbar war, dann behält man es doch automatisch im Kopf und freut sich darüber, wenn man im Gedächtnis durch Zufall über die abgespeicherten Erlebnisse stolpert. Oder etwa nicht? Konzertabende ohne irgendeine Art von Kamera. Wie schön das wäre. Stellt euch das nur mal vor!

& auch Gästelistenschnorrer stehen auf der Liste. Gott, nur nicht einen Cent zuviel zahlen! Nein! Das wäre ja grausam! Behaltet lieber die 5 Euro und kauft euch davon ein Getränk, ihr Spinner!263741_10151129403897016_791622829_n

So. & hier mal einige Meinungen zum Thema: Was nervt gewaltig am Publikum? Vielen Dank fürs Mitmachen!

Katja: Ich muss sagen, ich rege mich auch hin und wieder über diverse Konzertbesucher auf.

Aber manchmal finde ich einige Meckereien auch sehr übertrieben.
Oft wird über die jungen und kleinen Fans im Publikum gemeckert.
Aber die müssen eben noch einiges lernen auf ihren ersten Konzerten. Da merkt man, dass  FlipFlops in der zweiten Reihe ehr ungünstig ist. Das man hin und wieder auch angerempelt wird. Und das ein großer Rucksack in der dritten Reihe nicht nur für einen selber ungemütlich ist, sondern auch den Menschen hinter dir ehr unangenehm ist.
Irgendwann lernen die das auch noch und meckern dann in 2-3 Jahren über „ihre Nachfolger“.
That’s the way it is.
 
Was mich aber tierisch nervt sind manche Eltern. Über die darf man meckern – die sind schon erwachsen und müsste wissen was sie ihren Kindern teilweise antun.
Beatsteaks – Wuhlheide. Das ganze Ding ist ausverkauft, es ist knalleng, man selber hängt mit dem Kinn auf der Schulter des Vordermanns und hat irgendeinen Ellenbogen im Rücken… Und dann kommen Eltern, schieben ihr Kinder vor sich her. „Geh mal weiter vor – so, da siehst du besser.“ Quetschen die armen kleinen dann zwischen zwei Menschen in die erste Reihe. Das Gesicht der Kinder zeigt also schon vor Konzertbeginn – „Angst! Enge! Ich sterbe also doch jung!“.
Dann fängt die Show an, das Kind will weg aber die Mutter schreit, dass es da stehen bleiben soll, da sieht es ja am besten. Das Kind sieht nichts, außer dem durchlöcherte Gitter vor ihm. Herrlich.
Man selber versucht dann also das fremde Kind zu schützen. Die Show wird dabei zweitrangig. Ist irgendwie nicht Sinn und Zweck der Sache.

DAS nervt mich wirklich. Kind wurde dann heulend vom Security gerettet, Mutter war entsetzt dem Vater war irgendwie alles egal.

Stefanie: Tierisch nerven mich so nach-vorne-Drücker. Es ist schon sehr eng und man selber möchte ja auch noch gut sehen und dann können manche Menschen einfach nicht froh und zufrieden um ihren Platz sein, nein da muss gedrückt werden. Oder einfach mal früher nen Platz sichern, nee drücken!!! Oder was auch gut nervt sind Zwischenbrüller! Unangebrachtes Zwischenbrüllen. Fremdschämendes Zwischenrufen! Ui.

Ansonsten bin ich eigentlich recht wenig genervt von umstehenden oder umsitzenden Konzertbesuchern. Ich bin dann meist recht stark auf den Act konzentriert.
 
Aber eine Geschichte hätt ich noch, wo möglicherweise ich total genervt habe.

Letztes Jahr in Bielefeld (gibts nicht!) bei einem Jupiter Jones Konzert. Man muss dazu sagen, ich bin Jupiter Jones Supporter von der ersten Minute. 2007 in Göttingen im Nörgelbuff vor vielleicht 25 Leuten das erste Mal gesehen und gleich verliebt. Seitdem folgen viieele weitere Konzerte. Göttingen, Hamburg, Berlin, Hannover, Kassel und eben Bielefeld. Dieses war insofern ein besonderes Konzert, als das es das erste für mich und meine Leute nach dem „Durchbruch“ von JJ war. Nachdem „Still“ steil durch die Charts ging und nach vielen Fernsehauftritten der Band. Wir waren also sehr gespannt und standen dem Ganzen etwas skeptisch gegenüber (immer dieses Indiegen). Das Ende vom Lied war, dass Jupiter Jones wahnsinnig überzeugten! Also wie eh und je. Wir standen als Traube links mittig und haben bei allen Lieder lauthals mitgesungen, getanzt und gepfiffen. Das hat die anderen Konzertbesucher insofern wahrscheinlich umgemein genervt, weil diese nur auf „Still“ gewartet haben und die restlichen Songs wenig bis gar nicht kannten. War nicht schlimm, es hat viel Spaß gemacht. 😀 Das war eine Geschichte mal von der anderen Seite.

Bianca: Mich nerven tierisch die Leute, die sich nach vorne stellen und dann böse gucken, wenn man hüpft, springt, singt und sich freut, weil sie selber viel zu spießig sind, um eben jenes zu tun.

Und – ganz schlimm: quatschende Weiber!!! Anfang des Jahres bei Dirk Darmstädter im Knust standen wir recht weit vorne, vor mir zwei Tussis (!!!! also echte Tussis!!!!), die die ganze (!) Zeit geredet haben!!!

Auch nervig war im November mal jemand mit einem echt großen Plakat beim Wirtz-Konzert. Nichts gegen Plakate – aber frontal fast in der ersten Reihe? NO GO!!!

Alexandra: Knutschende, rumleckende, sich betouchende Pärchen!

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