Hallo, Tourleben! Wie habe ich dich vermisst!

Mindestens einmal im Jahr zieht es mich in sämtliche Städte von Deutschland- dieses Mal auch nach Österreich! Tourte ich 2011 noch ClickClickDecker & Petula hinterher, heißt es für 2012: Die Tour von The Gaslight Anthem, Dave Hause & Blood Red Shoes gehört mir! Karten zwei oder drei Monate vor Tourstart zugelegt. Schwupps! Schon waren über 200 Euro weg. So schnell kann es tatsächlich gehen! Meine ganze Tour sieht folgendermaßen aus:

23.10. Revival- Tour in Köln
24.10. Dave Hause & North Alone in Lippstadt
25.10. Gaslight in Köln
26.10. Gaslight in Köln
27.10. Gaslight in Frankfurt
28.10. Gaslight in München
29.10. Gaslight in Wien
30.10. Dave Hause in Graz
31.10. The Divine Comedy in Linz
01.11. Gaslight in Hamburg
02.11. Gaslight in Berlin
03.11. Gaslight in St. Ingbert

Der Plan stand. Hotelzimmer wurden gebucht, Wegbeschreibungen aufgeschrieben, Bahnverbindungen rausgesucht. Zwei Wochen Urlaub, der eben mit einer kleinen Tour gefüllt wird. Kann man machen.

Über die Revival Tour am ersten Tag wird es wohl zu einem späteren Zeitpunkt einen Artikel geben. Ich muss dieses Erlebnis erst sacken lassen, um die richtigen Worte dafür zu finden. Denn es war göttlich!

So „switche“ ich gleich mal zum gestrigen Tage.

Es ging von Köln nach Lippstadt. In einem etwas überfüllten Zug, sodass ich die Treppenstufen als Sitzmöglichkeit wahrnahm. Die Fahrt zog sich wie Kaugummi. Schien bei der Abfahrt in Köln noch die Sonne, empfang mich Lippstadt mit einem trüben Wettermatsch. Es nieselte und ein frischer Wind wehte mir um die Nase. Aber: Als ich aus dem Zug stolperte und ich tief Luft holte, roch es nach gebrannten Mandeln. Mmmh, lecker!

Kleinstadtfeeling. Und ich überlegte: Wo muss ich jetzt lang? Entschied mich für eine Richtung, fragte Passanten nach der Cappelstraße. Ich war auf dem richtigen Wege. Bin aber weiter gelaufen, als ich musste. Also wieder zurück und schon kam mir Dave Hause entgegen. Ja, ich bin richtig. Lippstadt machte einen guten Eindruck. In den Baumkronen wurden schon Lichterketten befestigt- ich bekam auf einmal große Lust auf Weihnachten und den ganzen Quatsch.

Der Einlass begann, schnell rein in die Wärme. Die normale Konzertkarte wurde gegen eine wirklich sehr sehr schöne Karte eingetauscht. Ich war auch etwas sprachlos, als ich den Raum sah. Da hinten stand ein Kicker, in der anderen Ecke war der Merchstand aufgebaut. Da eine Reihe mit gemütlichen „Kinosesseln“, da die Theke. Buntes Licht, die eher auf eine Kleinstadtdisco hindeuteten. Der Raum war wirklich klein. Und etwas verwinkelt dazu. Es hatte Charme, mit den ganzen Postern und Bildern an den Wänden. Es durfte, solang das Konzert nicht am Ende war, nur vor der Tür geraucht werden. Top.

Ein Blick auf die Uhr verriet: Es ist 19.10 Uhr. Noch 50 Minuten, eh North Alone (Klick!)anfangen wird. Diese Warterei. Das ist das nervigste an der ganzen Geschichte. Was macht man da? Leute beobachten. Sich Geschichten anhören, die gerade vom Nebenmann und von der Nebenfrau erzählt werden. Zwischendurch Facebook und Twitter checken. Und ausblenden, dass die ganze Zeit die Red Hot Chili Peppers gespielt werden.

Die Musik verstummte, denn North Alone stand auf der Bühne bereit. Er fing an. Seine Reibeisen-Stimme, die einen sofort an Chuck Ragan erinnerte. Wunderbar. Und als er dann noch die Mundharmonika zum Einsatz brachte, zog man immer mehr Parallelen. Es gefiel, was er ablieferte. Und auch die Gespräche im Publikum verstummten immer mehr. Im Dezember wird er dann zusammen mit dem liebgewonnenen Schussel Tigeryouth ein Konzert in der Hamburger Makrele geben. Da bin ich doch dabei!

Danach erklomm Dave Hause die Bühne. Wann war das letzte Konzert, was ich von ihm sah? Ende August? In Berlin auf der Hoppetosse und danach im Hamburger Knust. Alle zwei bis drei Monate ein Konzert von Mr. Hause- nichts dagegen!

Mitgenommen sah er aus. Wie sagt man immer so schön: Die Augen verraten so einiges! Lange Nächte, unzählige Auftritte in den letzten Monaten, scheinbar non-stop unterwegs. Und irgendwie immer unter Strom, möchte man meinen. Dieser Mann weiß, wie man sich durchbeißt.

Bewaffnet mit Gitarre, Setlist & einer Flasche Rotwein. Wie immer, könnte man sagen. Aber dennoch gleicht nie ein Konzert dem anderen. Die Atmosphäre, das Publikum, die Auswahl an Songs- all das macht es zu etwas Besonderen.

Das Publikum war etwas verhalten, zeigte aber bei Songs wie „C’mon Kid“ oder „Time will tell“ ganzen Stimmeneinsatz. So sah man hier und da den Musiker grinsend auf der Bühne stehen.

Auch er kam auf das Discolicht zu sprechen & versuchte kurz die Hüften kreisen zu lassen. Was auch mehr oder weniger gelang. Bei dem Song „The Shine“, bei dem am Ende eigentlich immer das Publikum „gespalten“ wurde, um einzelne Parts singen zu lassen, wurde dieses Mal weggelassen. Aber es klappte auch so mit dem Mitsingen.

Natürlich durften auch die Klassiker von The Loved Ones nicht fehlen. Ob „The Bridge„, „100k“ oder ein eingebautes „Louisiana“.

Welch ein talentierter Musiker. Und wie ich schon in einem Artikel erwähnte: Es ist wie eine ausgeprägte Sucht. Hat man Dave einmal auf der Bühne erlebt, möchte man mehr. Und mehr. Und immer mehr!

Dieses Konzert in Lippstadt war jetzt nicht das beste, was ich von ihm sah, aber es war doch ganz gut gewesen. Kaum hat Dave die Bühne nach seinem letzten Song „Resolutions“ verlassen, verstummte auch schnell das Klatschen. Gut, dann also heute keine weitere Zugabe. Schade eigentlich!

Der Blick auf die Uhr: 22 Uhr. So gammelte ich noch bis 23 Uhr dort herum (nochmal vielen Dank an North Alone für Cola & EP!) und machte mich dann doch langsam auf den Weg zum Bahnhof. Der Zug brachte mich nur bis Hamm, wo ich nochmal 1 1/2 Stunden auf den Zug nach Köln warten durfte. Gegen halb fünf fiel ich dann auch endlich ins Hotelbett & schlief sofort ein.

ÜBRIGENS: Ich versuche, mich von Abend zu Abend über Twitter zu melden. Oder eben mal ein Foto hochzuladen vom gerade stattfindenden Konzert oder sonstiges. Wer mir folgen möchte: Klick!

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