„Ein weiterer Moment war meine erste richtige Stereoanlage…“

Wir haben Blut geleckt! Unser Plan: Es wird nun eine „Musiklabel“- Serie gestartet! In unregelmäßigen Abständen werden die Gründer verschiedener Labels ausgequetscht & wir hoffen, dass ihr genauso viel Freude daran haben werdet wie wir! Damals haben wir mit Audiolith & Grand Hotel van Cleef gestartet. Vor kurzem beantwortete uns Felix von Flix Records einiges & jetzt haben wir für euch Tobias von Lala Schallplatten einige Antworten aus den Rippen geleiert! Vielen Dank dafür, Tobias!

Wie sah deine Zeit vor Lala Schallplatten aus?

Ich habe mit 16 nach der mittleren Reife in einem Nest in Franken eine Ausbildung zum Informatikkaufmann  in Würzburg gemacht, aber die Firma ging mit der Zeit Pleite und es war auf Dauer ziemlich langweilig und unterfordernd. Sicher gibt es auch andere Stellen in dieser Branche, aber generell hat mir damals einfach der künstlerische Aspekt bei der Tätigkeit gefehlt, dessen musste ich mir aber erst noch bewusst werden. Nach dem Abschluss dieser Ausbildung habe ich dann mein Abi nachgeholt und ein Studium der Philosophie in Leipzig begonnen, was ich aber abbrach. Danach habe ich den Fokus klar auf Musikproduktion und Labelarbeit gelegt. An der SAE habe ich dann noch eine 2- jährige Ausbildung zum Audio Engineer absolviert. Lala Schallplatten begann irgendwann als Demo und CDR Label während des Philosophiestudiums 2008.

Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass Musik eine entscheidende Rolle in deinem Leben spielt?

Wahrscheinlich so mit 10, als ich meiner Schwester die Platten von Wizo und Tagtraum gemopst habe und nicht so schnell wieder hergeben konnte. Ein weiterer Moment war meine erste richtige Stereoanlage- im Vergleich zu meinem vorherigen Plasteghettoblaster ein Riesenschritt. Da habe ich oft einfach nichts anderes gemacht als großartige Alben genossen. Und dann würde ich noch sagen: Der Moment, als ich zum ersten Mal in so etwas wie einer Band mit Freunden Krach gemacht habe.

Wie und wann entstand die Idee, dieses Label zu gründen?

Das entstand im Sommer 2008 aus einer Schlafzimmer- Aufnahmesession und dem Demo meiner damaligen Band Alia heraus und war zunächst ein völlig naives kleines Spaßprojekt. Erst mit der Zeit hat sich dann ein Wandel zu größeren Projekten wie Vinyl oder noch etwas später auch Alben vollzogen.

Warum dieser Name? Hat der eine besondere Bedeutung?

Ebenfalls eine spontane Minutenentscheidung mit einem Freund zusammen. Aber letztendlich ging es uns darum über den Namen nichts auszuschließen, ihn kurz zu halten und das simple Logo gefiel uns einfach sehr gut. Es ist in gewisser Weise aus einer kurzen Eigendynamik entstanden. Der Zusatz Schallplatten kam erst mit den ersten Vinyls und soll unsere Verbundenheit zum Medium verdeutlichen, auch wenn das leider aus finanziellen  Gründen nicht immer realisierbar war.

Welche Bands befinden sich bei Lala Schallplatten?

Aktuell veröffentlicht Lala Schallplatten folgende Bands und Künstler: Trillian, Paan, Käfer K, Tigeryouth, Pack of Wolves, Krawehl, Supermutant, Nadine Maria Schmidt, Sorab Jon Asar und Blauson.

Wie sieht das mit dem Musikgenre aus: Bist du da offen oder sollten die Bands, die sich bei euch quasi bewerben, schon eine bestimmte Musikrichtung eingeschlagen haben? Oder auch anders gefragt: Was sollten die Bands mitbringen, um bei Lala Schallplatten aufgenommen zu werden?

Das Musikgenre spielt dabei keine Rolle. Wichtig ist, dass es uns bewegt. Natürlich kommt man aber als kleines Indie-Label, das hauptsächlich von einer Person betrieben wird, auch schnell an die Grenzen des machbaren und muss sich auf eine gewisse Anzahl von Künstlern beschränken, um diesen auch in vollem Umfang gerecht werden zu können. Wichtig ist vor allem auch, dass die potentiellen Bands sehr aktiv sind. Denn ohne permanentes Liveengagement ist es heute sehr schwierig seine Platten an Frau und Mann zu bringen.

Was war bisher für dich das größte, was erreicht wurde?

Da gibt es für mich bisher keine bestimmte Sache. Es ist einfach eine Summe aus kleinen Erfolgen, die immer wieder neue Motivation gibt.

Gab es bereits die Momente, wo du dachtest: „Ich schmeiße jetzt alles hin!“? Wenn ja: Warum?

Die gibt es immer wieder. Beispiele sind geplatzte Absprachen, hinterher Rennerei und alles Mögliche, aber letztendlich überwiegen doch die positiven Momente und das ist ja das wichtigste.

Stemmst du die anfallende Arbeit alleine oder hast du tatkräftige Unterstützung?

Das meiste mache ich alleine oder mit meinen Künstlern Hand in Hand.  Bei allem was mit dem Tonstudio und nicht dem Label zu tun hat, geht mir mein Kollege Dave immer tatkräftig zur Hand. Aber auch Freunde haben mich schon oft bei Veranstaltungen oder deren Vorbereitungen unterstützt. Vielen Dank an dieser Stelle an alle!

Jetzt mal Hand aufs Herz: Welche Aufgaben nerven besonders?

Manchmal der endlose Emailverkehr oder das zur Post eiern. Aber auch nur an Tagen, an denen man nicht raus will. Im Großen und Ganzen ist das anstrengendste für mich aber der Umgang mit Steuer, Buchhaltung und Behörden.

Und welche machen dir dagegen sehr viel Spaß?

Generell der Kontakt mit Menschen und die ganze Arbeit mit den Bands und Künstlern zusammen. Ich liebe einfach dieses Gefühl eine Platte fertig zu machen.

Die Sessions finden größtenteils mit Musikern statt, die nicht auf dem Label vertreten sind. Wie kommt es dazu?

Ich habe früher viele kleine Konzerte im Schuppen in Leipzig Connewitz veranstaltet und werde noch manchmal wegen Booking angefragt. Als Tontechniker ist es mein Interesse mit möglichst vielen verschiedenen tollen Künstlern zu arbeiten. Die Idee der Live- Sessions gibt mir diese Möglichkeit. Ich bin auch ein großer Fan von Live-Studioaufnahmen wie der „Live at Abbey Road“-Serie. Zusätzlich gibt es mir die Möglichkeit mit tollen Gästen am Feinschliff meiner Techniken und Methoden für ein wohlklingendes Ergebnis zu arbeiten.

Ist es mit den anderen Musikern vom Label mal vorgesehen, solche Sessions zu veranstalten?

Sicher. Es wurde auch schon eine Session mit Käfer K aufgenommen, die wir noch nicht veröffentlicht haben. Kommt aber noch! Geplant ist das bis jetzt mit Sorab Jon Asar. Mit den anderen Künstlern ist noch nichts Konkretes geplant, aber es wurde bereits angesprochen und man darf sich auch noch auf weitere Lala Schallplatten Bands als Teil der Serie freuen.

Wo soll es mit Lala Schallplatten noch hingehen? Wie sehen die weiteren Pläne aus? Gibt es in nächster Zeit neue Veröffentlichungen?

In 2012 hoffe ich noch auf ein Album von Krawehl. Außerdem beteiligen wir uns definitiv am Tigeryouth Album, das auch noch 2012 erscheinen soll. Weiterhin werden die Sessions von Pack of Wolves und Henri Parker veröffentlicht.

Letzte Worte?

Kauft mehr Musik und weniger Filehosterabos!

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