„Mach lauter, mach lauter…

Luckau…ich kann´s noch nicht hören!“ Neuser in Hamburg & Luckau. Großstadt vs. Dorf. Als ich mir die Termine zur Tour angesehen habe, bin ich über Luckau gestolpert. „Henning wird doch nicht ernsthaft in Luckau spielen?!“ Ungefähr 20 bis 25 Minuten entfernt von meinem Heimatdorf. Im tiefsten Brandenburg. Spreewald. Den Tag davor macht er einen Stopp in Hamburg. Somit war schnell klar: Es werden beide Termine mitgemacht!

„Ich bin mal eben weg…“

Als ich mir für diese Konzerte den Freitag und Samstag frei wünschte, hatte ich etwas ganz vergessen. Der Dienstplan erinnerte mich dann an folgendes: „Jawoll! Ich muss an den Tagen nicht arbeiten! Dann steht dem also… Ah, fuck! Jetzt kann ich dafür 9 Tage durcharbeiten!“ Nun gut. Manchmal muss man eben Opfer bringen.

HAMBURG vs. LUCKAU!

RUNDE 1: „Es ist Zeit, dass ich auswander, vielleicht gehe ich nach…“

Hamburg: Die Stadt, in der ich nun schon seit fast 2 Jahren lebe. Großstadt. Lieblingsort, um nachzudenken: Der Hafen. Es ist alles sehr anonym. Man streift unerkannt durch die Straßen. Jeder kümmert sich nur um sich. Selbst die Nachbarn kennt man nicht mal mit Namen. „Warum auch?“ werden sich bestimmt die meisten denken. Ekelhaft wird es, wenn man zwischen 23 Uhr und 5 Uhr einmal quer über die Reeperbahn muss: Alkoholisierte Menschen, die sich gegenseitig den Schädel einschlagen. Es riecht nach Urin. Mittendrin die Obdachlosen, die versuchen, wenigstens an etwas Kleingeld zu kommen. Aber ich will nicht alles schlecht reden. Denn es gibt ja auch die guten Seiten: Den Hafen. Den alten Elbtunnel. Freunde, die da sind, wenn man sie braucht. Gute Konzerte & andere Möglichkeiten, sich den Abend genüsslich zu vertreiben. Ich weiß schon, warum es mein persönliches Ziel war, in dieser Stadt zu wohnen. Auch wenn sie einen manchmal in die Knie zwingt…

Luckau: Dorf in Brandenburg. Eine schöne 25 minütige Autofahrt von Lübbenau, meiner Heimatstadt, entfernt. Als ich Luckau auf dem Tourplan entdeckte, dachte ich mir einerseits: „Geile Sache! Da kann ich kurz meine Familie besuchen und mit dem Auto zum Veranstaltungsort fahren. Luxus!“ Und andererseits: „Das ist Brandenburg. Wenn man nicht gerade „Beatsteaks“ heißt, wird die Hütte leider nicht annähernd voll werden. Traurig, aber wahr!“ Dennoch bin ich immer wieder gerne im Spreewald. Irgendwann hält man es einfach nicht mehr in der Großstadt aus und sagt sich: „So, ich muss mal eben raus hier.“

 

RUNDE 2: „Wohin

Bernsteinbar, Hamburg: Bereits im Februar stattete er der Bernsteinbar einen kleinen Besuch ab. Da noch ohne Rhythmusgruppe. Aber das fiel nicht weiter auf, denn Lärm konnte er auch ganz gut alleine erzeugen! Die Bar befindet sich in einer ruhigen „Seitengasse“, wenn man ein Stückchen der Stresemannstraße folgt. Klein und gemütlich. Es gibt alles, was das Herz begehrt: Gute Musik, nette Leute & verschiedene Getränke, bei denen man dann die Qual der Wahl hat.

Kulturkirche, Luckau: Kannte ich vorher noch nicht. So fuhr ich, natürlich ohne Navy (Back to the Roots!), durch Luckau. Super! Wenn man mal Straßenschilder braucht, sind keine da! Und wie es so ist auf dem Dorf: Ab 19 Uhr findet man fast keine Menschen mehr auf den Straßen. Zusammen mit The Gaslight Anthem machte ich mich auf die Suche & fand doch noch eine Person, die mir den Weg wies. Gefunden. Schöne Location. Stühle. Die Bühne kam mir, im Gegensatz zu diesem eher „mächtigen“ Raum, sehr sehr klein vor. Die Lichter, die angebracht wurden und zwischen verschiedenen Farben ständig wechselte: Schöne Idee. Aber: Man sollte dafür nur warme Farben wählen. Bitte kein giftiges grün, was einen kurzzeitig erblinden lässt. Das Farbspiel war also des Öfteren ein Dorn im Auge. Schade. Ansonsten? Habe ich, trotz Jacke, ziemlich gefroren.

RUNDE 3: „Ich frag mich wer…“

Hamburg:  Eintritt: 5 Euro.

Luckau: Entschuldigung, aber da wäre ich fast rückwärts wieder raus gegangen! Wie zum Teufel kann man ernsthaft 15 Euro (!!!) an der Abendkasse verlangen..? Jetzt mal ohne Witz: Ich bezahle sehr gerne für gute Musik. Keine Frage. Aber wie kann man bitte in einem Dorf 15 Euro verlangen, wo die Band einfach mal unbekannt ist? In einer Großstadt kann man das sehr gerne machen. Aber doch nicht in Luckau! Leute, Leute, Leute. Und sich dann wahrscheinlich wundern, warum noch Stühle unbesetzt geblieben sind. An einem Freitagabend. Nunja, wahrscheinlich habe ich die Kirche mitgekauft. Ich frag da nochmal nach, wann die geliefert wird… Somit hat sich der Kurztrip, Fahrt & Eintritt, bei 97 Euro eingependelt.

RUNDE 4: „Nicht zu stoppen“

Hamburg: Die Vorfreude war groß, denn bisher habe ich Henning immer nur alleine auf der Bühne erleben können. Leider gingen die 9 letzten Arbeitstage nicht spurlos an mir vorbei. Nichtsdestotrotz: Wie großartig war das denn bitte gewesen..?? Es war, als ob Dennis Jüngel, Florian Bechte, Stefan Wolharn, Thomas Heidböhmer und Henning Neuser seit einer Ewigkeit zusammen in einer Band spielen würden. Es hat einfach alles perfekt gepasst. Von A bis Z. Schön auch, dass eine Geige, sowie eine Wii zum Einsatz kamen. Herr Neuser lässt sich auch immer etwas Neues einfallen. Hut ab! Die Stimmung war hervorragend, das Publikum aufmerksam. Natürlich durften auch die Textpatzer nicht fehlen, wie zum Beispiel beim Song „Komm lass uns trinken„, den er ohne seine Band vortrug:

„Komm lass uns trinken, auf dass es so bleibt. Champagner auf die Alleinsamkeit! Lass uns hoffen, dass uns morgen die Sonne wieder auf..äh..aus dem Arsch scheint!“

Zwischen den Songs gab es natürlich auch wieder einiges zu lachen: Ob Henning sich nun darin versuchte, einige englische Sätze zu sprechen oder Florian Bechte auf seiner rechten Seite ihm ins Handwerk pfuschte. Ich habe dann nur etwas gehört, wie „Du Arsch!“ und es flog ein Gegenstand durch die Gegend. Achja: Ich wäre wirklich dafür, dass Herr Bechte sein eigenes Mikro bekommt. Immer!  Kam der Satz „Deine Mutter klaut bei Ebay!“ nicht auch von ihm?

Luckau: Wenn ich ehrlich bin, haben die Stühle nicht so recht gepasst. Zwar eine schöne Idee, dass man sich das in Ruhe ansehen konnte, aber dafür war das dann doch alles viel zu laut und ich für meinen Teil konnte auch nicht lange sitzen. Die Lichter, die hinter der Band angebracht wurden, waren teilweise störend. Wie das für die Musiker selbst war? Ich habe keine Ahnung. Was positiv auffiel: Herr Bechte hatte sein eigenes Mikro und Henning bereute es dann doch schon nach kurzer Zeit, dass man dieses Experiment gestartet hatte. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass es eine sehr sehr gute Songauswahl gab? Von „Labyrinth“, zu „Von vorn anfangen“, über „Tränen aus Blei“ bis „Minibar“ war alles vertreten. Das Luckauer Publikum war aufmerksam und ruhig. Sehr sehr ruhig. Es hatten sich auch nur ungefähr zwischen 23 und 28 Leute eingefunden. Bei dem Preis kein Wunder, aber das hatte ich ja schon erwähnt. Außerdem stellte sich heraus, dass Herr Bechte wohl der Sohn von Howard Carpendale ist. Meinte er. Was man nicht alles so erfährt! Viel schlimmer ist ja, dass Herr Neuser uns nicht darüber informierte, mit welchen „Berühmtheiten“ er eigentlich unterwegs ist.

RUNDE 5: „Es ist, wie es ist“

Eigentlich möchte ich nur sagen: Wer nicht dabei war, hat wirklich etwas verpasst. Unterhaltung vom Feinsten! Großartige Musiker. Die Umsetzung der Songs- Sensationell. Sie hätten es wirklich verdient, dass sich mehr Leute vor der Bühne einfinden! Und im Januar/Februar gibt es erneut die Möglichkeit dazu, sich ein Bild davon zu machen:

27.01.2012 Krefeld Unplugged
29.01.2012 Mannheim, O-TON
31.01.2012 Dresden, Societätstheater
01.02.2012 Halle, Brohmers
02.02.2012 Leipzig, Noch besser leben
03.02.2012 Berlin, Kaffee Burger

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