Umfrage Teil II: „Denn Musik hält wach und Konzerte am Leben!“

Hier kommt nun der zweite und vorerst letzte Teil unserer gemeinsamen Umfrage mit Jasmin (von Lybe- Eine Liebe zur Musik. Punkt.) zum Thema: „Ey, was hältst du persönlich von den Leuten, die mehrere Konzerte einer Tour besuchen?“

Viel Spaß beim Lesen!

Hedwig: „Wenn man mehrere Konzerte einer Tour mitmacht, im Extremfall auch fast eine ganze Tour, spricht das einfach dafür, dass man wirklich großer Fan dieser Band ist und sich auch für die Menschen/Stars hinter der Musik interessiert. Solange es nicht in Hinterherstalken und vor Hotelzimmern schlafen ausartet, finde ich es vollkommen okay und würde diese Erfahrung selbst gerne mal machen, wenn ich mehr Zeit und Geld zur Verfügung hätte.“

Michelle: „Wenn Leute das machen wollen, dann finde ich so was grundsätzlich erst mal toll. Ich bewundere es auch teilweise und bei manchen Bands würde ich das auch gerne machen, kann es aber aus diversen Gründen nicht.

Übertrieben ist es in meinen Augen dann, wenn Beruf, Schule oder Uni darunter leiden. Man kann ja gerne ein Hobby haben, wenn man will kann man es auch Liebe, Leidenschaft oder auch gerne „sein Leben“ nennen, wie eben das Besuchen von Konzerten pflegen, aber – vielleicht liegt es daran, dass ich ein Streber bin – das Schul-/Uni-/Berufsleben sollte nicht darunter leiden.

Ich als weniger „Viel-Konzert-Gänger“ finde es schon ok, wenn da Leute sind, sie schon auf Konzerten waren, die dann erzählen können, wie die Songs von einem neuem Album live so sind. Nervig werden diese dann, wenn sie unbedingt immer in der ersten Reihe stehen wollen und immer irgendwie ein Plektrum oder was weiß ich haben wollen, obwohl sie schon 30 Mal in der ersten Reihe standen und 12 Plektren zu Hause liegen haben (nur so als Beispiele) – Das nervt mich persönlich einfach nur und ich bin da auch der Meinung, man könnte (muss natürlich nicht), Leuten, die noch gar kein Plektrum zu Hause haben und noch nie in der ersten Reihe standen mal den Vorrang lassen. So neu ist das für die ja nicht und nach 5 Konzerten in einem Monat weiß man ja eigentlich, wie die Band so aussieht.

Also mein Fazit: Grundsätzlich toll, wenn es einem gefällt, aber nichts für mich!“

München, Feierwerk. Allein, allein...

Torsten Scholz (Beatsteaks): „Ach, ich finde das gar nicht schlimm! Obwohl schon komische Situationen entstehen können, wenn Leute die Band mehr als 2-3-mal pro Tour sehen. Aber grundsätzlich ist es ja wohl ein Indiz dafür, dass jemand die Band mag. Warum das also verteufeln…“

Merle: „Ich kann Leute, die viele Konzerte einer Tour besuchen gut verstehen, weil ich selber oft mehrere Konzerte bestimmter Lieblingskünstler besuche. Jeder darf und soll seine Leidenschaft haben. Schade finde ich es nur, wenn diese Viel-Konzert-Besucher andere herablassend behandeln oder sich als „Überfans“ darstellen.Wenn diese Menschen noch zum großen Teil auf dem Boden bleiben und einfach ihr Hobby leben, nur zu – denn Musik hält wach und Konzerte am Leben!“

Tim: „Also ich war gerade Montag auf dem Konzert von Mikroboy im Knust in Hamburg, und da waren wohl diverse Menschen schon auf ein paar der vorigen Tourtermine dabei gewesen. Daraus resultierte dann quasi, dass diejenigen die Setlist und vor allem die Song-Ansagen schon genau kannten und dann im Spaß Kommentare abgaben wie „Die Ansagen ändern sich bei euch ja auch kein Stück!“ Durch so was wird für mich ein bisschen die Illusion getrübt, dass ich da grade Zeuge einer superguten Show bin, die ich in dem Moment ganz für mich allein habe, die ich richtig genießen kann. Natürlich weiß ich, dass auf einer Tour häufig jeden Abend die gleichen Dinge gespielt und gesagt werden, aber mich hat das ein bisschen genervt. Und auch für die „Mit-Tourer“ selber kann das doch nicht so toll sein, vor dem Konzert schon zu wissen wie es ablaufen wird. Da geht doch die ganze Faszination verloren.

Ich bin von daher eher contra eingestellt – ein  Konzert ist eine wunderschöne Sache, die mir immer wieder Abende rettete und an die ich gerne zurückdenke, aber das geht meiner Meinung nach verloren, wenn ich es ständig wiederholt erlebe.“

Lars Lewerenz (Audiolith): „So lange niemand anfängt zu nerven, kann ich viele Leute sehr lange „ertragen“. Generell bin ich davon geflasht, dass Menschen öfters (nicht nur 3 oder 4 mal, sondern 12 mal) Konzerte von einem Künstler anschauen. Die Bands müssen somit sehr gut sein und die Menschen emotional berühren.“

Martin: „Grundsätzlich finde ich es absolut ok, wenn Leute einer

Alkoholvernichtungsmaschine Lars Lewerenz

Band hinterher touren. Ich denke, dass es vielen nicht nur um die Band selbst geht, sondern um das ganze Erlebnis und die vielen Leute drum herum. Allerdings frage ich mich schon, woher manche a) die Zeit und b) das Geld nehmen. Außerdem kommt es natürlich auf die Band an. Ich selbst bin noch keiner Band hinterher getourt. Bei den Toten Hosen könnte ich es mir sehr gut vorstellen, mal einige Konzerte am Stück mitzumachen, da hier jedes Konzert ein einzigartiges Erlebnis ist. Sehr gut könnte ich mir auch vorstellen, für einige Konzerte ins Ausland mitzureisen und dies dann eben mit einem Urlaub zu verbinden.“

Nagel (muff potter.): „Ich bin absolut pro-Fantum! Für mich selbst waren und sind Role Models immer wichtig gewesen, egal ob aus Musik, Literatur, Film, Kunst oder dem sogenannten echten Leben. Ich habe in meinen Büchern und Songtexten ja auch immer wieder einigen davon ein Denkmal gesetzt.

Einer Band bin ich nie hinterher gereist, habe aber manche meiner Lieblingsbands einige Dutzend Mal gesehen.

Bei Muff Potter hatten wir über die Jahre immer wieder Grüppchen oder Einzelpersonen, die mehr oder weniger komplett ganze Touren hinterhergefahren sind. Das ist erstaunlich und schön und setzt einen manchmal auch unter Druck. Wir haben uns Mühe gegeben, nicht jeden Abend die exakt gleiche Setlist inkl. Ansagen runterzuleiern. Nicht nur für die Leute vor der Bühne, sondern vor allem für uns selbst. Das Rockbusiness ist ja auch so oft schon zynisch genug. Trotzdem gibt es immer irgendwelche Wiederholungen, das lässt sich nicht vermeiden.

Bei Lesungen natürlich erst Recht. Deshalb bin ich immer wieder erstaunt, wenn sich manche Leute 2, 3 oder noch mehr Abende von ein- und demselben Programm angucken. Was man aber auch als Kompliment sehen kann.

Und das ist ja eine gute Faustregel: im Zweifel immer alles als Kompliment ansehen.“

Eileen (Lieblingstape): „Tourer – als so jemanden würde ich mich persönlich bezeichnen. Ich liebe es unterwegs zu sein, ich liebe es fremde Orte zu erkunden, ich liebe es neue Leute kennenzulernen und ich liebe Musik. Alles in einem lässt sich das super unter einen Hut bringen, wenn man damit anfängt einer bzw. mehreren Band(s) hinterher zureisen. Dadurch habe ich schon Freunde fürs Leben gefunden!

Ein Extremfall bin jetzt ich nicht, denn hauptsächlich besuche ich immer noch Konzerte in Berlin, aber mittlerweile kann ich mich leider auch nicht mehr nur auf eine Band beschränken.Von daher überschneiden sich viele Sachen und deshalb ist man als Fan das ein oder andere Mal „gezwungen“ eine andere Stadt zu besuchen. Ich weiß, dass sich die meisten Bands freuen und sehr gerührt sind, wenn sie öfters bekannte Gesichter sehen. Andersherum finde ich auch, dass ich durch diese ständigen Erlebnisse abgeklärter bin und Musiker mittlerweile auch nur als normale Menschen ansehe, was ich um einiges angenehmer finde, als Leute, die beispielsweise in Ohnmacht fallen, wenn sie ihren „Helden“ sehen.

Ein Bekannter hat mal zu mir gesagt: „Kann das sein, dass dein ganzes Leben aus Musik besteht?“ Plötzlich ist mir bewusst geworden wie Recht er hat. Aber das ist es nun mal, was mich glücklich macht und was jeden Cent wert ist. Denn wer kann schon sagen, dass er voll und ganz mit seinem Leben zufrieden ist? Ich.“

Punkt.

Hund + gute Musik= Lybe!

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One response to “Umfrage Teil II: „Denn Musik hält wach und Konzerte am Leben!“”

  1. Denisa says :

    Super Umfrage, danke dafür.

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