Tag 7: „Künzel-sau oder Künzels-au?“

ClickClickDecker & Petula in Künzelsau, Kino Prestige

Nasennebenhöhlen-scheiß. Das miese daran ist, dass einem immer dieser plötzlich auftretende Kopfschmerz ereilt und fest zupackt. Autsch!

Raus aus dem Hotel, rein in den Zug. Irgendwann in Schwäbisch Hall angekommen & von da an ging es weiter mit dem Bus. Mir gefiel es schon jetzt in dieser Gegend. Das genaue Gegenteil einer Großstadt. Wie ein Dorf, nur schöner.

Angekommen im Gasthof.

„Sie haben bei uns reserviert? Davon weiß ich nichts. Versuchen sie es doch dort und dort, ob es noch freie Zimmer gibt.“

Ja, nee. Ist klar! Das war das erste reservierte Zimmer überhaupt, welches ich für die Tour hatte. Und nun das? Also bitte! Nach einer Weile ist der Dame doch noch eingefallen, dass sie ein Zimmer übrig hätte. Genommen. Besser als nichts. Und für 20 Euro die Nacht kann man auch nicht viel verlangen. Kurz darauf zog es mich nach draußen. Einmal quer durch die engen Gassen. Gefiel. Bis ich am Kocher ankam. Gefiel mir noch besser. Nachdem ich dort sitzenderweise (und in Gesellschaft einiger Enten) die Zeit verbrachte, überfiel mich der Hunger.

Gegenüber vom Gasthof gab es ein kleines Restaurant.

„Einmal Spaghetti Carbonara, bitte.“

Danach musste ich die Kellnerin leider anlügen, indem ich sagte, dass es sehr gut geschmeckt hat. Ich hatte keine Ahnung, wirklich. Geschmackssinn = Leider auf der Tour verloren. Schade.

Bald darauf zog es mich erneut zum Kocher. Ich suchte meinen „Stammplatz“ auf. 2 ½ Stunden blieben mir. Wie idyllisch es war. Fast wie im Spreewald, meiner Heimat.

Wenige Meter trennten mich vom Kino.

Der Weg führte in den oberen Saal.

„Hallo Jasmin. Ich dachte, du bist krank?“

„Bin ich auch.“

„Warum liegst du dann nicht im Bett?“

Ja, diese Frage hatte ich mir auch öfters gestellt. Aber ich habe mich insbesondere auf Köln und Künzel-sau sehr gefreut. Da sagt man das einfach nicht ab. Nicht kurz vorm Ziel!

Kinosaal: Leer.

Sessel: Gemütlich!

Wie wäre es denn mal mit einer ClickClickDecker-Tour durch Deutschlands Kinos? So könnte man es sitzenderweise mehr als eine Stunde aushalten. Der Anfang zog sich hin. Es lief nicht einmal Pausenmusik, sodass man mit seinen Gedanken vollkommen alleine gelassen wurde.

Einige Leute stießen hinzu. Viele waren es nicht, als Petula die Bühne betrat. Ich schaute es mir von ganz oben an. Er versuchte das Eis zu brechen, aber so wirklich gelang es ihm nicht. Nichtsdestotrotz (was für ein wunderschönes Wort!) wusste er zu begeistern.

Auch Oli & Kevin schlichen herein, um sich den Auftritt anzusehen.

Ihnen blieb ebenfalls kein Fehler verborgen. Als sich Herr Cleemann etwas verspielte, ertönte nach dem Song von Herrn Hamann:

„Mut zu Fehlern!“

Zwischen den Songs: Gesabbel.

So musste auch er sich erst Gewissheit schaffen, ob man es nun „Künzel-sau“ oder „Künzels-au“ ausspricht. Nicht, dass er sich noch blamiert!

Bei seinen Ansagen und sonstigem kommt er immer etwas schüchtern/verlegen/zurückhaltend rüber. Was nicht schlimm ist, ganz im Gegenteil. Es ist einfach nur dieser Gegensatz: Brüllt er sich bei Songs wie „Realgold“ alles aus dem Leib, haucht er kurz darauf mit seiner sanften Stimme ins Mikro. Genau das hat mich, als ich ihm zum ersten Mal auf der Bühne erlebte, so fasziniert und überrascht.

Umbaupause. Das Licht ging an, die meisten gingen raus zum Rauchen. Oli bat, Gott sei Dank, um Pausenmusik. Endlich. Kaum erklang der erste Song, wurde es von jemandem schon als „Schnulze“ abgestempelt. Sehr schön.

Das Licht ging aus, Oli und Kevin starteten.

Nach und nach kamen immer mehr Leute während des Konzertes in den Saal und es füllte sich sichtlich. Es waren wohl auch viele dabei, die ClickClickDecker nicht kannten.

So musste erst geklärt werden, ob die Leute soeben aus der Sneak Preview gekommen sind und welcher Film gezeigt wurde.

Publikum: „Von der Kunst, sich durchzumogeln.“

Oli: „Dann geht es hier gleich damit weiter!“

Kevin fiel bei dem Thema „Sneak Preview“ ein, dass er seine Freundin bei der Aufführung von „Ali G.“ kennenlernte. Damals in Husum. Beide hielten es keine 5 Minuten bei diesem Film aus. Synchronisation war zu schlecht. So verbrachten sie, mit einem Kartenspiel bewaffnet, die Zeit vor dem Kinosaal. Und seither spielen sie immer mal wieder Karten. Und demnächst auch zusammen mit den Großeltern von Kevin, wenn ich mich recht erinnere. Er strahlte über das ganze Gesicht und seine Augen funkelten, als er von dieser ersten Begegnung mit seiner jetzigen Freundin sprach.

Herr Cleemann wünschte sich den Song „107 leider unvermittelbar“. Juhu! Diesem Wunsch wurde nachgegangen und so schmetterten sie uns diesen Song um die Ohren. Großes Kino (im wahrsten Sinne des Wortes)!

An diesem Abend gab es einige Verspieler, das weiß ich noch. Oder beim letzten Song gab es ein kleines Missverständnis: Oli startete mit dem falschen Song. Irritiert schauten sie sich an.

Oli: „Entschuldige, ich habe dir gerade nicht zugehört!“

Herrlich. Während sie noch „Niemand tanzt so kacke wie ich“ zum Besten gaben, ging ich zurück zum Gasthof und gönnte mir fast 7 Stunden Schlaf.

Die Aufgabe davor und die Abgabe danach.

Wenn Ethna wieder spuckt.

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2 responses to “Tag 7: „Künzel-sau oder Künzels-au?“”

  1. Sn says :

    Ich möchte hier verspätet mal festhalten, dass mir durchaus bewusst war, dass man „Künzels-au“ sagt. Mich hatte jedoch in einem schwachen Moment eine tiefe Unsicherheit gepackt: Was, wenn das nur völlig falsches Besserwissenwissen ist, das jeder seit Jahren weitergibt, ohne sich irgendwie auf offizielle Quellen berufen zu können? Heißt Josh Homme nun Homm, Hommie oder ‚Omm? Man weiß es irgendwie, klar. Aber wenn man ihn trifft, fragt man ihn vielleicht doch noch einmal selbst. Und wenn man in Künzelsau ist: Gelegenheit!

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  1. Lybe beim Verhör! | Lybe – Eine Liebe zur Musik. Punkt. - 13. November 2011

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