Tag 6: „Hätte ich doch nur auf Dr. Petula gehört.“

ClickClickDecker & Petula in Köln, Subway

7.20 Uhr. Guten Morgen, Magdeburg!

Mein erster Gedanke: „Hätte ich doch nur auf Dr. Petula gehört!“ Aber es wird mir, denke ich, eine kleine Lehre sein. Nichtsdestotrotz: Vorfreude auf Köln: Besuch im Songparkstudio. Bei zwei Musikern, die ich sehr schätze: Henning Neuser & Saender. Dann beim Konzert eine Dame treffen, die ich zuletzt 2009 sah. Unsere erste Begegnung: Bei ClickClickDecker in Berlin. Doppelte Vorfreude also. Ich war mir sicher, dass das ein guter Tag werden wird.

Rucksack gepackt, ausgecheckt. Ich sollte wohl langsam mal meinen Kontostand begutachten. Aber noch traue ich mich nicht so recht.

Ab in den Zug, ich war gute 4 Stunden unterwegs. Die Bahn spuckte mich am Hauptbahnhof aus, ich begab mich auf die Suche nach dem Hotel. Durch pures Glück sofort gefunden, eingecheckt. Das geilste Zimmer war es nicht, dafür ein grandioser Ausblick auf den Kölner Dom. Das gab natürlich Pluspunkte.

Der Blick auf die Uhr verriet: Ich muss nun los Richtung Köln Nippes. Studiobesuch! Und beinahe hätte ich sie vergessen: Die goldenen Tüten für Henning Neuser! Schließlich ist er daran schuld, dass ich abhängig von diesen Dingern geworden bin.

Studio relativ schnell gefunden. Geklingelt. Und wie es immer so ist: Es machte keiner auf! Irgendwann klappte es doch. Markus öffnete mir die Tür. Von seiner Erkältung/Grippe: keinerlei Spur. Wahrscheinlich sollte ich mir bei ihm einige Tipps einholen. Rein ins Studio und schon kam ein Mops auf mich zu: Nena. Niedlich! Und da kam auch schon der Besitzer: Henning Neuser! Wann bin ich ihnen zuletzt begegnet? Es ist auf jeden Fall schon etwas länger her. Deswegen war es doch umso schöner, ihnen bei der Arbeit zuzusehen.

Nena.

Die zwei bastelten gerade an den Song „Wo find ich mich“, den ich Live auch schon immer sehr gut fand & ich beschäftigte mich nebenbei mit Nena. Kurz darauf ließ Henning das gute Stück durchlaufen und was soll ich sagen? Es hörte sich schon sehr gut an. Bisher immer in der „leisen“ Version gehört, aber die „lautere“ Version hat durchaus auch etwas an sich, was ich mag.

Während Henning über die Knusperflocken herfiel, gab es mehr oder weniger ein kurzes spontanes Interview. Die Überschrift dafür wird wohl so ähnlich klingen: „Was passieren könnte/Was vielleicht gemacht wird oder auch nicht. Hätte, würde, könnte. Oder doch ganz anders.“ Man darf gespannt sein! Markus musste dann auch zum Subway aufbrechen, Henning hatte ebenfalls noch einen Termin. Ich bedanke mich an dieser Stelle recht herzlich an die 2 & ich hoffe, dass man sich spätestens im November wiedersieht!

So versackte ich später im Hotelzimmer, endlich W-lan! Und der Blick auf dem Dom, während ich auf dem Bett saß.

2 Stunden später: Auf zum Subway. Einlass verzögerte sich & man begegnete bekannten Gesichtern. Wunderbar! Und auch bald kam Jess an. Mein Gott, sind wirklich schon 2 ½ Jahre vergangen? Unglaublich! Bei Click quasi kennengelernt und nun führte er uns wieder zusammen.

Einlass. Subway: Wahnsinnig klein, aber gemütlich. Es standen nur wenige Stühle bereit und keiner wollte sich, wie immer, in die erste Reihe setzen. Also taten wir es. Wir sind schließlich auch nicht mehr die jüngsten! Der kleine Club füllte sich schnell.

Petula betrat die Bühne.

Eigentlich möchte ich an dieser Stelle nur schreiben: Großes Kino!

Es war so, als ob das Publikum jede Zeile förmlich aufsog und speicherte. Nur einer nicht wirklich und der saß, genau, neben mir! Kein klatschen, nichts. Ab und an gähnte er, ja. Oder, moment..Doch, nach dem Song „Realgold“ kam tatsächlich ein zögerliches klatschen und ich dachte: Yes! Jetzt hat er den Bogen raus. Aber zu früh gefreut! Dies war, leider, der einzige Klatschausbruch. Nun denn, was solls! Die anderen waren begeistert und darauf kommt es nun mal an!

Er erzählte, dass er auf der Durchreise etwas Zeit mit seiner Tochter verbringen konnte. Und das teilweise auf einer Wiese. Rollenderweise. Und er merkte an, dass er das früher auch gerne gemacht hätte, er aber mittlerweile zu alt für so etwas wäre. Was macht man nicht alles für das eigene Kind?

Man hatte das Gefühl, als ob die Funken zwischen Petula und dem Publikum sprühten. Denn so einfach wollte man den „jungen“ Mann nicht von der Bühne lassen. Und es kam tatsächlich vor, dass er noch eine kleine Zugabe spielen konnte. Von mir aus könnte das jeden Abend so laufen, ich hätte nichts dagegen. Es ist einfach schön zu sehen, wenn die Leute das würdigen, was er auf der Bühne fabriziert. Verdient hat er es!

Danach: Umbaupause. Bereits jetzt bereuten wir etwas die Entscheidung, auf diesen Stühlen zu sitzen. Rücken, Knie & die rechte Schulter machte etwas Ärger. Juhu! Passend zur stärker gewordenen Erkältung! Manchmal ist der Körper ein Arschloch.

Aber all das war vergessen, als die ersten Töne von „Wenn Ethna wieder spuckt“ erklangen. Gute Laune seitens der Musiker. Auch das Publikum war verzaubert. Von Anfang an.

Kevin Hamann & Oliver Stangl

Gleich darauf entschuldigte sich Kevin, dass sich auch einige neue Songs in die Setlist geschlichen hätten. „Taschenmesser“ und „Lesezeichen“. Wenn ich mich recht an die Titel erinnere. Und ein Song schöner als der andere.

Beim „Dialog mit dem Tölpel“ drehte Herr Hamann das Mikro in die Richtung von Oliver Stangl. Fehler! Denn während er die Zeilen „Wann gehen wir schlafen? Wann soll ich dich abholen?“ sang, tauschten sie Blicke aus und Herr Hamann konnte sich das Lachen nicht mehr verkneifen. Welch herrlicher Moment! So drehte er sich weg von Oli, hielt auch kurzzeitig die Hand vor die Augen, damit er sich konzentrieren konnte. Und es ist geglückt. Am Ende pfuschte er noch in das Pianospiel rein und meinte anschließend das, was sich wie ein roter Faden durch die Konzerte zog: „Mut zu Fehlern!“

Irgendwann kämpfte Herr Hamann mit dem Mikroständer, erwähnte auch das Wort „Ständer“, was natürlich nicht unkommentiert blieb. Passenderweise kam aus dem Publikum: „Haha! Er hat Ständer gesagt!“ Lachanfall auf der Bühne und bei den restlichen Leuten. Und wie Kevin dann später bemerkte: „In Köln muss man vorsichtig sein, was man sagt!“

Bei „Die Aufgabe davor und die Abgabe danach“ betrat auch wieder Herr Cleemann die Bühne. Und Oli meinte zu ihm nach einem Konzert: „Wenn du nicht aufhörst so gut zu sein, dann muss ich dich sabotieren!“ Ich wäre auch dafür, dass die 3 zusammen an Songs schrauben. Das kann nur gut werden. Quatsch, mehr als das. Da bin ich mir sicher.

Zugabe. „Ich habe es mittlerweile aufgegeben, nach Songwünschen zu fragen.“ Alles war ruhig, nur vereinzelt kamen ihm doch welche zugeflogen.

„Es sind 20 Leute hier und nur 2 haben es nicht verstanden.“

Und dieses Mal spielte er „Sternenhimmel“ (weil Vollmond war. Und da erzählte er, dass er dann immer schlafwandelt. So wachte er mal an der Wand gelehnt vor der Tür auf und seine Freundin musste ihn wieder reinlassen. Ab da wurde die Tür im Hause Hamann immer abgeschlossen.). Und „Als die Band nicht kam“. Songs, die ich immer wieder hören könnte.

An diesem Abend hat einfach alles gepasst. Wirklich. Wer dabei war, wird es bestätigen können. Außerdem hat es in diesen kleinen Clubs eine ganz andere Atmosphäre. Familiärer.

Danach noch etwas im Club verbracht und ich hoffe, dass Herr Stangl kein schlechtes Gewissen mehr hat.

Zurück im Hotel, Wecker auf 8 Uhr gestellt, Licht aus.

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2 responses to “Tag 6: „Hätte ich doch nur auf Dr. Petula gehört.“”

  1. porzellanhaus says :

    Heute gibt es grünen Erdbeerkuchen. Denn hiermit verleihe ich dir den „The Versatile Blogger Award“ und „The Irrestistibly Sweet Blog Award“, was zusammen ein Stück grünen Erdbeerkuchen ergibt.
    Gib ihn an all die Blogs weiter, die so gut sind, dass du ihnen nicht wiederstehen kannst und die du für ihre Themenvielfalt schätzt. Mehr erfährst du hier: http://porzellanhaus.wordpress.com/2011/09/19/gruner-erbeerkuchen-connectig-people-2

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  1. Lybe beim Verhör! | Lybe – Eine Liebe zur Musik. Punkt. - 13. November 2011

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