Tag 3: „Swingerfreunde Schwarzenbek“

Vielen lieben Dank, Doro! Schöner Artikel zu Wiesbaden, ich wäre gerne dabei gewesen! Und ich wünschte mir, dass ich mich manchmal auch so kurz halten könnte!

ClickClickDecker & Petula in München, Feierwerk.

Nachdem der gestrige Tag ein ungeplanter (und nebenbei bemerkt: ein sehr erfolgreicher!) Offday in Hamburg war, klingelte mich heute der Wecker um 7 Uhr Erbarmungslos aus dem Bett. Und bereits da dachte ich an die mörderische Strecke: Hamburg- München. Über 6 Stunden mit dem ICE durch die Gegend gondeln. Herzlichen Glückwunsch! Ich bin heute noch früh darüber, dass ich mir vor ungefähr zwei Jahren eine Bahncard50 zugelegt habe. Alles andere wäre nicht mehr bezahlbar gewesen. Obwohl es bei dieser „kleinen“ Tour auch schon leicht grenzwertig ist: Bahnfahrten, Unterkünfte, Essen & Trinken, Kleinkram. Aber wofür geht man schließlich arbeiten? Und da ich mir selten irgendetwas gönne, kann man in einem Monat etwas mehr ausgeben.

Nächster Halt: Hannover. Noch immer 4 ½ Stunden unterwegs. Wie kann man die Zeit am besten nutzen? Ich weiß es nicht. Eingedeckt mit einer Tageszeitung, guter Musik und –was ich schon ewig nicht mehr gemacht habe- Sudoku, soweit das Auge reicht!

Wann war ich zuletzt in München? Das dürfte mittlerweile auch schon 2 Jahre her sein. Damals gab sich Thees Uhlmann im Club 59:1 die Ehre, welch ein schönes Konzert das war. In dieser Zeit fand auch noch das Oktoberfest statt. Die Straßen waren mit Menschen vollgestopft und man war auch mal froh, wenn man in eine Nebenstraße einbog und nicht sofort von unzähligen Leuten umgerannt wurde.

Eine schöne Frage die mir gestellt wurde, als ich erzählte, dass ich diese Tour mache: „Machst du das wegen dem Typen oder wegen der Musik?“

Natürlich wegen dem ClickClickDecker-Typen! Nein, quatsch!

Allein wegen der Musik. Alles, was davor/dabei/danach passiert. Man trifft Leute wieder, die man ewig nicht mehr gesehen hat. Oder man geht den ganzen Tag anonym durch die Stadt. Beides sehr reizvoll. Perfekt, um den Kopf wieder etwas freizubekommen, bevor es zurück in den Alltagstrott geht. Natürlich geht da auch einiges an Geld verloren und meine Oma schlägt regelmäßig die Hände über den Kopf zusammen, wenn ich es ihr erzähle. Ich mag die Erinnerungen, die bleiben. Die zu neuem Leben erwachen, wenn mir zufällig eine Konzertkarte von der letzten Tour in die Hände fällt.

Eine Frage, die mich auch häufig erreicht: „Wird das auf Dauer nicht langweilig?“

Kurz & knapp kann ich antworten: Nein.

Man kann es Personen nur schwer erklären, warum man so viel Spaß an der Sache hat. Deswegen wird man auch gleich als „Groupie“ abgestempelt. Aber das ist wirklich etwas komplett anderes, meine Damen und Herren. Bitte vorher informieren und dann den Mund aufmachen. Vielen Dank.

So, genug geschrieben. Ich werde mich jetzt über das Sudokuheft hängen und die „Swingerfreunde“ im Auge behalten.

Ankunft in München. Welch eine Hitze! So etwas kennt man aus Hamburg ja eher selten, deswegen wohl dieser kleine „Klima-Schock“. Natürlich bin ich auch direkt an der falschen Seite vom Bahnhof rausgelaufen. Typisch! Baustelle, Menschen, Sonne, Wärme. Gut, dass ich mir immer Hotels rausgesucht habe, wo ich größtenteils einer Hauptstraße folgen und nur ein- bis zweimal abbiegen muss. Nachdem ich im Hotelzimmer strandete und mich kurz setzte, merkte ich, dass mir die 6 Stunden Fahrt ziemlich in den Knochen steckte. Ich hatte mir fest vorgenommen, endlich eine warme Mahlzeit zu mir zu nehmen. Aber da ich mir zu lange Zeit gelassen habe, wurde das nichts und schlenderte stattdessen Richtung Feierwerk/Kranhalle. Gut, dass ich das gemacht habe, denn der Weg vom Hotel bis dorthin war länger als gedacht.

"Schönes" München

Gewerbegebiet. Und ich war am Verdursten. Nach kurzer Suche in der Umgebung gab ich resigniert auf und suchte mir einen Platz vor der Kranhalle. Nebenan: ein kleiner Skatepark. Auf der anderen Seite: ASB. Mmh, trostlos. Erinnerte mich etwas an Kassel. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Einlass: Kurz nach 20 Uhr. Außer mir noch 3 weitere Personen. Der erste Weg führte zum Tresen. Durst gelöscht. Weiter in den Club. Keine Menschenseele. Da war es mir ja schon etwas unangenehm, dass ich dort für etliche Minuten alleine saß. Aber was solls… Kennt mich ja keiner in dieser Stadt.

Auch nach 20.30 Uhr waren nicht mehr als 15 Personen anwesend. „Ob sich das noch füllen wird?“

Ja, es wurde voller und schon bald war jeder Platz besetzt. Ich schaute mir das Ganze von der Seite an. Der Beginn verschob sich eine ganze Ecke nach hinten. Irgendwann latschte „Cleemaus“ mit einem kühlen Getränk in der Hand zur Bühne. Ich würde schon fast das Wort „entspannt“ mit einbauen wollen. Irgendetwas war anders… Aha! Ich würde behaupten, dass er in Göttingen noch eine längere Matte mit sich rumtrug.

Petula begann. Weiter vor mir saßen zwei Mädels, die wahrscheinlich nur gekommen sind, weil sonst nichts in der Nähe los war. Fast pausenloses Gequatsche folgte. Und wenn dann noch der Satz „Ist ja nur die Vorband…“ fällt… Da kann man nur den Kopf schütteln. Klar kann man über Petula streiten. Gut oder nicht, langweilig oder faszinierend… Aber wenn es nicht interessiert: Einfach den Mund halten oder solange an den Tresen gehen. Oder sich jedenfalls nicht nach fast ganz vorne setzen. Der Idiotenmagnet hat wieder zugeschlagen…

Zwischen den Songs: Stille. Aber nicht ganz so drückend wie in Göttingen. Der Herr hat sich vor dem Konzert wohl wieder einiges an Sabbelwasser eingeflößt und redete munter drauflos. Wie immer auch etwas verwirrend, aber das ist ja so sympathisch an ihm. Unter anderem ging es auch um eine Buchempfehlung. Bzw. darüber, dass er sich immer ein Buch mitnimmt, was er schon lange lesen wollte und sich nach 2 Tagen eines kauft, was ihm wirklich interessiert.

„Connect the dots“, „Realgold“ oder „In Sweden all mountains are berries“ und die nagelneuen Songs. Schöne Auswahl, aber leider machte es das Publikum (jedenfalls auf meiner Seite) etwas kaputt. Schade.

Umbaupause. Irgendwie schlichen Kevin, Oli, Benny und Sebastian nur so vor sich hin. So kam es mir vor. Schön viel Zeit lassen und zwischendurch einige Blödeleien. Aber so merkte man, dass die Stimmung bestens ist und ich hoffte, dass das Publikum wenigstens etwas aufmerksamer wird als bei Petula.

Anfang. Schon da fiel Kevin auf, dass sie sich vor dem Auftritt nicht umarmt hätten. So wünschten sie sich per Handschlag viel Spaß.

Das Sabbelwasser scheint sich Cleemaus mit Herrn Stangl geteilt zu haben, denn er übernahm quasi die Führung auf der Bühne. Was Kevin vielleicht ganz recht war, weil er derzeit mit einer Erkältung (und Sodbrennen) zu kämpfen hat. Es wurde die Frage in den Raum geworfen (da schon alles für das Oktoberfest aufgebaut wird), wer denn alles zu diesem Fest gehen würde. Viele haben sich nicht gemeldet und es wurde vom Publikum klargestellt, dass wohl eher die Touristen und neuzugezogenen dort hingehen würden.

„Niemand tanzt so kacke wie ich“, „Wer erklärt mir wie das hier funktioniert“, „Schutzraum“, „Weil sie uns siezen“.  Auch das wunderbare Stück „Die Aufgabe davor und die Abgabe danach“ durfte natürlich nicht fehlen. So betrat auch wieder Petula die Bühne und startete erneut eine Podiumsdiskussion. Heraus kam, dass die Schwaben die Schotten Deutschlands wären. Bitte nicht fragen, wie es dazu kam. Auf jeden Fall haben sie an diesem Abend ihr Ziel erreicht und das Publikum zumindest teilweise gegeneinander aufgebracht.

Es war zwischen den Songs so still, dass man wunderbar das knarzen hörte, als Kevin über die Bühne schritt. Und schon kam der Vergleich, dass es wie im Theater wäre. Und beide bedankten sich einige Male dafür, dass so aufmerksam zugehört wird und dass es sehr viel Spaß machen würde. Und das sah man ihnen auch an. Auch für mich war es ein wunderschönes Konzert, was vielleicht daran lag, dass die quatschenden Mädels größtenteils vor der Tür verbrachten. Ja, dafür würde ich auch 13 Euro zahlen, um nichts vom Konzert mitzubekommen.

Auch an diesem Abend schwitzte Herr Hamann. Und so verdunkelte sich sein helles Hemd nach nur wenigen Liedern. Er hätte sich wohl das „Home sweet home“-Kissen aus Göttingen mitnehmen sollen.

Es ist wahrscheinlich noch sehr viel mehr passiert, aber das will mir gerade nicht wirklich einfallen.

Danach: Übergabe der Briefmarken an Petula.

Und schon befand ich mich wieder draußen. Da ich zu geizig war, unzählige Euros an eine Busfahrt zu verschwenden, nahm ich wieder die Beine in die Hand. An der Hauptstraße entlang, keine gute Beleuchtung. Plötzlich schoss ein kleiner Hund aus einer Einfahrt heraus, direkt auf die Straße. Während ich versuchte, den Hund zu mir zu locken, setzte er sich verängstigt direkt auf die vielbefahrene Straße. Während ich im Augenwinkel schon die Autos herannahen sah und ich wusste, dass man auf diesem Abschnitt mindestens 60 km/h fahren kann, dachte ich mir: Entweder werden wir beide überfahren oder keiner. Zum Glück hatte er noch eine Leine um, sodass ich ihn schnell greifen konnte. Hupenderweise fuhren die ersten Autos vorbei. Das nächste Problem: Es war keine Menschenseele zu sehen. Ausgerissen? Ausgesetzt?

Die Einfahrt auf der anderen Seite führte in ein Wirtshaus. Es wäre auch zu einfach gewesen, wenn er dort ausgerissen wäre. Nach langem Hin und Her ließen sie den Hund auf dem Hinterhof, um am nächsten Tag die Polizei zu verständigen. Mir machte es nur Sorgen, das selbst der Koch nach draußen kam und den kleinen Hund (den ich in Gedanken schon Jack nannte) zu begutachten. Wie ein Steak. Ich hoffe einfach mal das Beste. Mit schlechtem Gewissen ließ ich ihn dort zurück. Obwohl eine nette Dame meinte, dass ich schon genug getan hätte.

Jack. Schlechte Bildqualität. Wie immer.

Der lange Tag war für mich gegen 2.30 Uhr zu Ende. Wecker auf 9.40 Uhr gestellt und sofort eingeschlafen.

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3 responses to “Tag 3: „Swingerfreunde Schwarzenbek“”

  1. sven says :

    Etwas spät der Kommentar, aber schön zu sehen, dass die beiden Labertanten nicht nur uns tierisch auf die Nerven gingen. Unsere Theorie waren Freikarten. Warum geht man sonst hin wenn einen beide Künstler mal Null interessieren?

    • herzlos13 says :

      Also mir haben sie den Auftritt von Petula echt etwas zerstört. Mir kam es auch so vor, als ob die sich irgendetwas eingeschmissen hätten.;) Aber Freikarten: Auch eine gute Theorie!

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  1. Lybe beim Verhör! | Lybe – Eine Liebe zur Musik. Punkt. - 13. November 2011

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