Tag 2: Gesundheits- und Buchtipps

Wir haben euch Tourberichte versprochen, dann sollen auch Tourberichte kommen! Jasmin konnte ja leider beim ClickClickDecker Konzert in Wiesbaden nicht dabei sein. Da wir aber eine lückenlose Berichterstattung anstreben, übernehme ich doch einfach mal das Geschreibsel.

ClickClickDecker und Petula führte es dieses Mal in die Stadt, in der ich wohne: Wiesbaden. Zwar vom Schlachthof organisiert, fand es aber dieses Mal in anderen Räumlichkeiten statt. Der Walhalla Spiegelsaal befindet sich in einer Seitengasse der Fußgängerzone und wird eigentlich nur selten genutzt. Doch Umbaupläne zwangen die Schlachthofbetreiber neue Räume zu suchen. Und was soll ich sagen: Hier passte es perfekt!

Der Walhalla Spiegelsaal Foto: Doro

Das ehemalige Theater verströmt auch heute noch seinen besonderen Flair. Die mit samtausgelegte Stufen lotsen in den ersten Stock und offenbaren den Spiegelsaal. Dieser Saal ist, wie man erahnen kann, mit Spiegeln verkleidet, die einen gewaltigen Kronleuchter umrunden. Der Saal ist nicht sehr breit, besitzt aber, für die Wiesbadener typischen Altbauten, eine hohe Decke. Trotz der Schmäle finden genug Stühle (ja, Jasmin, Stühle!!) mit Sitzkissen (Jaaa, sogar für Sitzfläche und Lehne!!!) bis zum Ende des Saales Platz.

Petula Foto: Doro

Petula schreitet durch den Saal, um die Bühne zu betreten. Ich freute mich schon im Vorhinein auf ihn. Schon bei den letzten zwei Malen, die ich ihn im Vorprogramm von ClickClickDecker sah, faszinierte mich dieser Künstler. Doch mit diesem Mal begeisterte er mich! Vor allem die neuen Songs waren grandios. Und davon gab es viele. Er entschuldigte sich, dass er fast nur neue Stücke spielen würde. Aber das würde für die meisten ja eh keinen Unterschied machen. Für mich schon, aber es freute mich. Und wohl auch nicht nur mich. Mit jedem Ende des nächsten Songs, wurde der Applaus des Publikums lauter. Alle hörten aufmerksam zu, es wurde nicht geredet. Als dann „Realgold“ zuende ging, war es um alle geschehen und ich würde sagen, ab da hatte Petula mindestens die Hälfte der Zuschauer als neue Fans. Solch ein Applaus hab ich selten für einen eher unbekannten Supportact erlebt.

Petulas Musik nahm mich an diesem Abend so sehr ein, dass ich zwischendurch vergaß, wo ich überhaupt war. Ich ertappte mich oft dabei, wie ich am liebsten einfach die Augen geschlossen hätte. Da das aber von der Seite des Künstlers falsch interpretiert hätte werden können, musste ich mich auf einen Punkt konzentrieren, um alle rythmischen Clous und Melodiefitzelchen zu entdecken und aufzunehmen. Rundum ein sehr gelungener Support, der auch nur live so rüber kommen kann. Es ist ein Muss, sich Petula live angeschaut zu haben, bevor man über seine Musik urteilt.

Dann kamen Kevin und Oli auf die Bühne. Man merkt sofort, mit welch einer Gelassenheit, aber auch großen Freude sie auftreten. Die Freude darüber, überhaupt Musik live vorzutragen, aber wohl eher als dieses Duo aufzutreten. Gibt es einen kleinen Verspieler, dann wird gelacht und grinsend weitergespielt. Es geht nicht um Perfektion, sondern um den kurzen Moment des Augenblicks.

ClickClickDecker Foto: Doro

Beide waren in extrem gut gelaunter Stimmung. Wie schaffen sie es nur, so komödienhaft rüberzukommen? Die neuen Stan&Olli? Was hatte das Publikum für einen Spaß! Immer wieder, auch in den Stücken, gab es Andeutungen auf den Namen des Theaters. Walhalla ist in der nordischen Mythologie der Ruheort der in einer Schlacht gefallenen Kämpfer. Neben aller Späße wird natürlich nicht die Gesundheit außer Acht gelassen. Neben der bekannten Ingwertherapie gab Kevin einen Gesundheitstipp seiner Bekannten weiter, die meinte, mit Rettich würde es seinem angeschlagenen Immunsystem flux besser gehen. Als Anreiz, gleich zwei der Vinyl-Singles von Click&Gisbert zu kaufen, versprach er auch etwas Rettich dazu zu geben. Da überlegt man doch nicht lange!

Auch Herr Stangl war in geschwätziger Laune. Und das zur Unterhaltung aller! Der Name Walhalla erinnerte ihn nämlich an zwei Kriminalromane, die er unheimlich komisch findet und er sie deshalb nur empfehlen könne.

"Dialog mit dem Tölpel" Foto: Doro

Diese humorvolle Unterhaltung zwischen den Stücken war vielleicht auch sehr nötig. Denn noch immer gehen, zumindest mir, viele Songs sehr sehr nahe. Wie ich auch hier immer erst beim Applaudieren merkte, wie verkrampft ich meine Hände zusammen hielt, wenn Kevin wieder seine Texte ins Mikro schrie, weil so viel Verzweiflung in ihnen steckte. Gerade weil das Konzert ruhig gehalten wird, nur mit zwei Gitarren und mal nur einer Klavierbegleitung, bewegt mich diese Dringlichkeit der Texte noch mehr. Dass man dabei auch noch zu sitzen hat, vetreibt diese Unruhe auch nicht.

Da kann ich sehr gut verstehen, wenn Kevin bei „Dialog mit dem Tölpel“ nicht weiß, wohin mit seinen Händen. Sein Versuch, den Worten mit Handzeichen mehr Ausdruck zu verleihen, veranlasst einige im Publikum zum Schmunzeln und vereinzelnd Lachen, doch bekommen alle Songs ihre verdiente Aufmerksamkeit und es bleibt ruhig bis zum letzten Lied.

Das war es erstmal von mir. Ich konnte schließlich nicht zulassen, dass hier im Blog nicht das geboten wird, was wir auch ankündigen. Ich beneide Jasmin, dass sie gerade auf dem Weg nach München ist. Vielleicht nicht wegen der viel zu langen Zugfahrt, aber dafür, dass sie noch eine Woche lang ClickClickDecker und Petula live sehen darf.

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