„Für eine Stunde kann man sich Click ansehen. Aber nicht länger.“

2 Wochen nach dem letzten ClickClickDecker-Konzert in Osnabrück, hieß es erneut: Der wunderbare Petula und Click spielen wieder zusammen- und zwar im Hamburger Knust. Und das an zwei verdammten Abenden! Kein Hotel, keine lange Fahrt. Nein, nur ungefähr 15 bis 20 Minuten zu Fuß zum Veranstaltungsort. Ganz entspannt also.

Bei bestem Wetter machte ich mich mit Miriam auf den Weg zum Mangold. Dort lungerten 4 mehr oder weniger junge Männer rum und man gesellte sich dazu. Auch Jana, die extra aus Berlin anreiste, kam später dazu. Gruppe: Komplett. Wie man vorher noch auf Facebook lesen konnte, wurde der Anfang eine halbe Stunde vorverlegt, da ab 23 Uhr eine Party stattfinden sollte.

Nachdem ordentlich gegessen und getrunken wurde, brach man zum Knust auf. Einlass: 20 Uhr. Okay, da hatten wir noch ordentlich Zeit. Es kamen immer mehr bekannte Gesichter und auch 3 Leute, die noch ihre Karten loswerden wollten. So wurden wir Zeuge, als ein erbitterter Kampf begann, wer denn nun welcher Person die Karte verkaufen darf.

„Ich verkaufe für 11 Euro!“

„Und ich für 10,99 Euro!“

Welch ein Spaß. Jedenfalls wurde dann später doch noch jeder seine Karte los.

Einlass. Im Knust standen -mal wieder- Bierbänke. Meine Begeisterung hielt sich etwas in Grenzen. Ein Blick auf den oberen Rang: Jawoll, die Tür ist geöffnet und schon war mir klar, dass ich mir das Geschehen lieber von einer Etage höher ansehen möchte. Bierbank? Nein danke! Frau Z. und ich haben uns den besten Platz ausgesucht. Man hatte viel Bewegungsfreiheit und ich hatte die Möglichkeit, mir dieses Konzert im Stehen anzusehen, was ich für angenehmer hielt.

Das Gute war wirklich, dass nur eine halbe Stunde zwischen Einlass und Anfang lag, sodass man sich nicht krampfhaft irgendwelche Nebenbeschäftigung suchen musste. Und da kam er auf die Bühne: Petula. Die Gitarre wurde schwungvoll umgehangen und schon haute er uns wieder seine Songs um die Ohren. Ob „We´ll Become P()rentheses“, „Hills&Hill&Hil&Hi&H“, der überragende Song „Realgold“ oder neue Songs: Das Publikum war aufmerksam und es gab nach jedem Song einen tosenden Applaus. Die Reihenfolge der Lieder fand ich an diesem Abend wirklich passend und Petula selbst war wieder sehr in Plauderlaune, was für einige Lacher im Publikum sorgte. Auch Frau & Tochter waren anwesend. Nach dem letzten Song ließ es sich die Kleine nicht nehmen und kletterte zu ihrem Vater auf die Bühne, wo sie eine kurze Zeit stehen blieb und mit offenem Mund die Leute ansah. Ein Bild für die Götter. Nachdem Petula sie auf dem Arm hatte, ertönten noch Zugabenrufe aus dem Backstagebereich und so ließ er es sich nicht nehmen und spielte einen allerletzten Song. So musste seine Tochter sich noch etwas in Geduld üben und verließ wieder die Bühne.

Nach diesem Song war endgültig Schluß und es gab eine kleine Pause, in der Kevin und Oli noch schnell die Instrumente checkten und schon starteten sie. Schon vor dem ersten (!) Song fing Kevin an zu reden, was er sonst nicht so ausführlich tat, wie er selbst bemerkte. „Wenn Ethna wieder spuckt“, „PT 82 oder das Paarungsverhalten der CT Serie“ und „Einbahnstraße“. Die gewohnten ersten Songs. Schon da sprühten Kevin Hamann und Oliver Stangl nur so vor Energie und Elan, dass es eine wahre Freude war und sofort ein Lächeln auf den Lippen verursachte.

Das Herz schlug jedes Mal schneller, wenn Kevin sich die Seele aus dem Leib schrie und schon war sie da: Die Gänsehaut. Dieser Abend hatte etwas magisches an sich. Wahrscheinlich auch wegen des Heimspieles. Das Publikum war ruhig und saugte jede einzelne Textzeile auf. Es wurde mitgesungen und geklatscht. Selbst das Applaudieren in Gebärdensprache klappte perfekt. Was ich toll fand, war, dass sich der Song „Erste Schritte“ seit Osnabrück noch immer in der Setlist befand. Sehr schön umgesetzt. Genauso wie „Händedruck am Wendepunkt“, „107 leider unvermittelbar“ (Natürlich wieder mit Gitarrensolo, was Kevin mit einem :“Wir sind in Hamburg. Da müssen wir uns Mühe geben“ kommentierte), „Weil sie uns siezen“(„Bei diesem Lied weiß ich nie, was ich mit meinen Händen machen soll.“) oder „Durch die Bank“(Das Lied für den Labelchef von Audiolith Records: Lars Lewerenz).

„Zurecht ungerecht“ klappte auch aussergewöhnlich gut. Wahrscheinlich wartete ich nur darauf, dass mal wieder irgendetwas schief geht. Aber wie gesagt: In Hamburg muss man sich Mühe geben!

Frau Z. war zwischendurch rauchen, kam wieder und meinte, dass sie draussen gerade eine weibliche Person gehört hatte, die meinte: „Für eine Stunde kann man sich ClickClickDecker ansehen. Aber nicht länger.“ Deswegen musste diese Aussage nun als Überschrift herhalten, weil ich diese auf der einen Seite einfach lustig, auf der anderen Seite aber nicht nachvollziehbar fand.

Zwischendurch trat Click an den Bühnenrand und erzählte, dass er in dem Prospekt von Real gesehen hätte, dass es dort eine „Stethoskop-Kamera“ gäbe. Jedenfalls haben wir das im oberen Bereich so verstanden. (Vielleicht hat er auch wirklich „Endoskop-Kamera“ gesagt) Also wenn eine Person interesse an diesem Teil hätte, dann kann man sich diese bei Real besorgen. Aus dem Publikum gab es die Frage nach dem Preis, woraufhin er meinte, dass diese fast 30 Euro kosten würde. (Gut, dass ich am Tag die Werbung in die Wohnung holte. So haben wir, während wir gewartet haben, bis die Käsesuppe warm wurde, nach dem Konzert durchgeblättert. Und siehe da: Was er meinte war eine Endoskopkamera. Ha, und nicht für 30 Euro. Nein, für schlappe 99,95 Euro! Überführt? Überführt!)

Im kleinen Zugabenblock fragte Click wieder nach, ob es irgendwelche Songwünsche gäbe. (Oh, das erinnert mich doch glatt an Hannover, wo Herr Hamann zwischendurch immer etwas aus einem kleinen Buch vorlas. Da gab es die Überschrift „Glückwunsch“. Bis er bemerkte, dass dort „Glückwunch“ stand und darauf kleine Späße mit Worten folgten, in dem man auch irgendwelche Buchstaben wegließ. Aber ich komme vom Thema ab..)

Songwünsche gab es einige, auf die er aber irgendwie kaum hörte. So spielte er „Was im Abfluss so hängt“ und „In Altona trank ich mal einen guten Kaffee“. Das Publikum hing förmlich an seinen Lippen und es wurde leise mitgesungen. Danach betrat auch wieder Herr Stangl die Bühne und zusammen gaben sie noch „Es fängt an wie es aufgehört hat“ und „Niemand tanzt so kacke wie ich“ zum Besten.

Das Publikum gab keine Ruhe, sodass Kevin ein letztes Mal die Bühne betrat und den Song „Ich beneide dich um deinen Sternenhimmel“ herzzerreißend von sich gab.

Schluß. Aus. Ende! Ganz ganz wunderbar war das gewesen.

Nach dem Konzert ereilte mich die Nachricht, dass es Petula- Beutel gäbe. Grandios! Also ab zu Herrn Cleemann und dann die Frage: GRÜN oder WEIß? Die Entscheidung viel auf GRÜN und für 10 läppische Euro gehörte er mir. Ja, man kann sich auch über kleine Dinge freuen. Und wie gut dieser Beutel aussieht. Lybe!

Danach aus dem Knust, kurz vor dem Grünen Jäger gestanden, wo gerade der „Audiolith Tanzverein“ stattfand. Aber uns war nicht danach, also beschlossen wir uns spontan für die Käsesuppenschlacht, welches die bessere Entscheidung war. Schöner Tag, grandioser Abend und eine sensationelle Käsesuppenschlacht. Was will man mehr?

ClickClickDecker bei einem kleinen aber feinen Festival erleben? Dann ab nach Husum!

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