Tag 9: „1, 2, 3, bist du dabei?“

Tag 9: Von Leipzig nach Berlin.

Juhu, endlich konnte ich Leipzig verlassen! Das Wetter noch immer durchwachsen. Gott sei Dank war das Hotel nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Kurze Zeit später saß ich im IC nach Berlin. Endlich eine kurze Strecke! Der IC spuckte mich am Hauptbahnhof raus, weiter ging es zum Alexanderplatz, wo ich mich mit einer ehemaligen Kollegin in einem kleinen Cafe traf. Seele baumeln lassen. Gekühlter Orangensaft. Entspannung.

Wetter: Etwas wärmer, aber stürmisch. Nachdem dieses Treffen beendet war, kam auch schon Jana und es wurde erstmal gerätselt, wie wir die weiteren Stunden bis zum Einlass sinnvoll nutzen konnten:

„Erst zu dir, damit ich da schon die Tasche abstellen kann und später nicht schleppen muss? Oder erst gucken gehen, wo das HBC zu finden ist? Dann deine reservierte Karte von Koka36 abholen? Oder doch ganz anders?“

Tasche: Schließfach. Erstmal schauten wir, wo das Konzert später stattfinden sollte: Natürlich sind wir erstmal daran vorbeigelaufen, wie sollte es auch anders sein? Aber auch kein Wunder: Von der Aussenfassade konnte man nicht auf das HBC schließen. Nur zwei ClickClickDecker- Poster waren draussen auf dem Geländer befestigt, die den Weg zeigten.

HBC: Gefunden. Also weiter zu Koka36. Glück im Unglück: Das Konzert war bereits ausverkauft und normalerweise werden die Karten nicht reserviert. Dann war das wohl eine Ausnahme und so konnte der Laden noch mit der letzten ClickClickDecker- Karte verlassen werden.

Essen: Danach. Es wurde immer stürmischer in Berlins Straßen, der aufgewirbelte Sand schlug uns entgegen und wir wurden das ekelhafte Knirschen in den Zähnen nur sehr schwer wieder los. Pfui! Da waren wir froh, ein warmes Plätzchen in einem netten kleinen Burgerladen in Kreuzberg gefunden zu haben. Nachdem wir eine beachtliche Menge verschlungen hatten, rollten wir uns irgendwann wieder raus auf die Straße. Um die angefressenen Kalorien (teilweise) abzuschütteln, entschieden wir uns dafür, den Weg zum HBC zu Fuß anzutreten.

Wir kämpften uns durch den Sturm und aufgewirbelten Sand. Wir waren uns ziemlich sicher, dass wir bald von einem fliegenden Gegenstand erschlagen werden würden. Aber das trat nicht ein, was schon ein kleines Wunder war.

Schließlich hatten wir die Schnauze voll und begaben uns ins HBC. Eintritt 20 Uhr, Anfang 21 Uhr. So stand es jedenfalls auf den Karten. Aber eigentlich müsste man es doch schon besser wissen, dass es eh fast nie pünktlich reingeht, bzw. anfängt. So dachte ich eher an einen schlechten Scherz, als Petula meinte, dass der Einlass erst um 21 Uhr wäre. Unfassbar. Es wäre ja kein Problem gewesen, wenn sowas auch auf den Postern gestanden hätte, sodass sich nicht nach 20 Uhr schon eine lange Schlange vor der Tür bildete. Stattdessen wurden die Karten abgerissen, Stempel verteilt und weitere 50 Minuten sinnlos in der Gegend rumgestanden.

Nachdem die Tür kurz aufging, stürmten auch schon die ersten rein und es erinnerte etwas an eine Massenpanik. Die Leute wurden wieder rausgeschickt, und weitere 10 bis 15 Minuten vergingen, eh man mit einem freundlichen „Hände hoch!“ reingelassen wurde.

Rote Klappsitze. Keine Polster. Autsch. Aber was solls… Der kleine Raum füllte sich schnell und Petula bahnte sich einen Weg durch das Publikum. Sicher auf der Bühne angekommen, hängte er sich zum letzten Mal der ClickClickDecker- Tour die Gitarre um, fing an und die Gespräche im Publikum wurden eingestellt. Es herrschte eine angenehme Atmosphäre, die Leute nahmen Petula sehr gut an, wie mir schien. Gebannt schaute man, was dieser Mann alleine auf der Bühne fabrizierte und es kam mir so vor, als ob er die Leute regelrecht an sich fesselte. Kleine Fehler schlichen sich ein, aber das gehört zu einem gelungenen Petula- Stück dazu. Punkt. Das Schöne ist einfach, dass sich die Songs steigern. Am Anfang werden eher die ruhigen Songs gespielt, die sich allmählich erheben. Bis diese am Ende explodieren. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das war ein gelungener letzter Auftritt, der mit einem großen Applaus belohnt wurde. Ach, ich freue mich schon jetzt auf die zwei Auftritte im Knust. Sind ja nur noch 2 Wochen! Schön war ja auch eine Ansage zu einem Song, die in etwa so ging: „Dieser Song passt perfekt in jede Hosentasche.“ Worüber er kurze Zeit später schon selber den Kopf schütteln musste und sich wohl fragte, was er da wieder stammelte. Aber so mag man Petula.

Kevin und Oli starteten mit „Wenn Ethna wieder spuckt“ und „PT 82 oder das Paarungsverhalten der CT Serie“. Einige sangen leise mit, die anderen schauten sich das Treiben mit einem zufriedenen Lächeln an.

Vor „Zurecht ungerecht“ fragte Kevin, ob wir Zeit mitgebracht hätten. Eine wunderbare Antwort kam aus dem hinteren Bereich:

„Die Bahnen fahren durch!“

Der Song klappte auffallend gut. Klar gab es auch dieses Mal bißchen was zum Lachen, aber so hat er fast ohne große Stolpersteine funktioniert.

Das Berliner Publikum war aufmerksam, es herrschte keine peinliche Stille. Alles wunderbar! Zwischendurch gab es einen kleinen Austausch zwischen Kevin und dem Publikum. Und auch hier fragte er, ob das mit dem Sitzen in Ordnung wäre. Einige meinten „Ja.“, andere waren sich da noch nicht 100%ig sicher. Ich würde behaupten, dass das alles auch prima ohne Stühle geklappt hätte. Es ist aber auf jeden Fall eine schöne Idee für diese Tour gewesen. So konnte man es aus einer anderen Perspektive betrachten und einfach auf sich wirken lassen.

Irgendwann brachte Kevin Oli mit seinem Einzählreim „1, 2, 3, bist du dabei?“ aus dem Konzept, dass dieser natürlich den Einsatz verpasste und die Lacher auf seiner Seite hatte. Auch während des Liedes (Fragt mich jetzt bitte nicht, welcher das war. Ich habe es vergessen!) gab es einen kleinen Patzer und Kevin meinte daraufhin, dass es für Oli eine Prüfung war, die er auch ganz gut meisterte. Tja, da erkennt man den wahren Profi!

Nach der ersten Zugabe konnte das Publikum noch immer nicht genug bekommen und forderte eine weitere Zugabe. Kevin stand seitlich an der Tür, beobachtete das Treiben und bewegte sich nach kurzer Zeit wieder achselzuckend auf die Bühne und schmetterte dem hungrigen Publikum den letzten Song entgegen.

Schluss. Aus. Ende!

Was für eine wunderbare Atmosphäre, ein wirklich großartiges Konzert mit einem tollen Support! Achja, das war übrigens der erste Auftritt, wo Kevin geschwitzt hat. Ja, das sind wichtige Informationen!

Eigentlich sollte dies mein letztes Konzert dieser Tour sein, aber…

Fortsetzung folgt!

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  1. Lybe beim Verhör! | Lybe – Eine Liebe zur Musik. Punkt. - 13. November 2011

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