Tag 8: „Leipzig, das wird doch nichts.“

Tag 8: Von Düsseldorf nach Leipzig.

Raus aus dem Hotel, bei bestem Wetter. Ab in den IC nach Leipzig. Und schon wieder lagen fast 6 Stunden Zugfahrt vor mir. Warum ist man eigentlich danach immer so kaputt und gerädert? Kleiner Zwischenhalt in Magdeburg. War das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Ich nehme an, dass das eher ein schlechtes Zeichen war…

Dieser Tag war so und so mein Tiefpunkt. Aber irgendwann musste dieser auch mal eintreten. Es war nur eine Frage der Zeit.

Ankunft in Leipzig. Dreckswetter. Viel zu windig und zu kalt. Da hatte ich nicht mehr die große Lust, das Hotelzimmer zu verlassen. Dass das nicht mein Tag war, merkte ich, als es hieß, dass der Einlass erst um 20 Uhr ist. Super. Was nun? Zurück zum Hotel? Nein, zu weit weg. Rumlaufen? Nein. Zu kalt. Also dageblieben. Petula versorgte mich mit Tee (Vielen Dank!) und ich verharrte beim Werk II.

Einlass nach einer endlosen Zeit. Ich merkte immer mehr, wie mir diese lange Fahrt in den Knochen steckte und mir das Wetter zusetzte. Eigentlich sollte ich diese Wetterverhältnisse schon aus Hamburg gewohnt sein. Aber Pustekuchen.. Als ich die Halle betrat, war ich zugegeben doch etwas geschockt. Ein riesiger Veranstaltungsort. Überhaupt nicht das Richtige für diese Art von Konzert. Oha, das wird doch nichts werden.

Auch als ich in der Halle war, wurde mir nicht wärmer. Ganz im Gegenteil.

Petula betrat die Bühne. Publikum unruhig und die Bühne auch irgendwie viel zu hoch, bzw. standen die Stühle zu weit an dieser dran. Es entstand kein wirklicher Draht zum Publikum, was schade war. Gerade bei den ruhigen Stücken drang das Gerede bis nach vorne. Für mich hatte es eher die Atmosphäre eines Stadtfestes: Die Leute interessieren sich nicht zu sehr, was gerade auf der Bühne geboten wird. Nein, die Musik war in diesem Falle nur eine nette Begleitmusik. Mehr nicht.

Ich weiß nicht, was Petula davon auf der Bühne mitbekam. Bei einem Song meinte er, dass dieses auch für das Herz wäre und jeder selber entscheiden müsste, ob er dazu bereit wäre. Viele waren es scheinbar nicht.

Trotzdem zog er sein Ding durch und erntete wenigstens nach „Realgold“ einen großen Applaus.

Danach ging es mit Kevin und Oli weiter.

Selbst bei ihnen fand es das Publikum besser, sich mit dem Nebenmann zu unterhalten. Bestimmt über die Wochenendplanung oder ähnliches. Eine Dame schrie immer etwas von „Aufstehen!“, was Kevin mit einem: „Das musst du uns nicht sagen, wir stehen ja schon!“ kommentierte. Eine Abstimmung folgte. „Wer ist für sitzen? Okay, zwei! Und wer nicht?“

Geändert hat es so und so nichts, aufstehen wollte dann doch Niemand mehr. Nur ich konnte irgendwann nicht mehr sitzen und entfernte mich vom Stuhl, um mir das alles von der Seite anzusehen, was schon etwas angenehmer war. Die ersten Reihen waren aufmerksamer als der ganze Rest in der Halle. Da muss man sich nicht wundern, wenn es den Musikern auf der Bühne schwerfiel, die Stimmung der Leute richtig einzuschätzen.

Selbst Songs, wie z.B. „Weil sie uns siezen“ wurden einfach zerstört. Die ruhigen Songs haben leider so überhaupt nicht funktioniert. Schade.

Bei der Zugabe fragte Kevin wieder nach Songwünschen, worauhin Petula die Hand hob und sich „Ich beneide dich um deinen Sternenhimmel“ wünschte. Gesagt, getan.

Dieser Bericht endet nun an dieser Stelle. Es ist nichts passiert, was noch irgendwie gesagt werden müsste. Es entstand einfach keine Kommunikation zwischen Musiker und Publikum, was an der Menge der Leute und der Größe dieser Halle lag. Es fehlte einfach diese Magie, eine intime Atmosphäre. Sehr schade! Der folgende Bericht aus Berlin wird dann wieder ausführlicher, denn dieses Konzert war wirklich großartig!

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