Musik? Lebensretter!

Wer kennt sie nicht? Diese Tage, wo einem nur noch alles grau in grau erscheint. Zweifel, wirre Gedanken, eine innere Zerrissenheit und einen Funken Zukunftsangst dazu: Das alles sorgt dafür, dass man den Boden unter den Füßen verliert und tränenreiche Abende in den eigenen vier Wänden verbringt. Man verlässt nur ungern die Wohnung: Mit gesenktem Kopf geht es durch die Straßen. Kurz die nötigsten Lebensmittel einkaufen oder zur Arbeit. Beides keine leichte Aufgabe, wenn man sich schon regelrecht aus dem Bett quälen musste und gerade keine anderen Menschen ertragen kann.

Was man dann braucht, ist ein kleiner Lichtblick. Etwas, das einem langsam die Kraft wiedergibt, die in der letzten Zeit verloren gegangen ist.

Und jetzt mal ehrlich: Was hilft in diesen dunklen Stunden besser als Musik?

Eben: Nichts! Musik ist Balsam für die Seele! Sie begleitet Einen durch Höhen und Tiefen und ist wirklich immer (!) da, wenn man sie braucht: Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wer kann das schon von seinen Freunden behaupten? 

Eigentlich müsste man so vielen Künstlern danken: Für die Melodien und Texte, die uns durch gute und weniger gute Zeiten begleiten. Songs, die einen an die Hand nehmen und den richtigen Weg aus dem Gefühlslabyrinth zeigen. 

Bei welchen Künstlern ich mich bedanken würde? Ach, da gibt es so einige! 

Senore Matze Rossi.

Seine Songs haben mir im Sommer letzten Jahres den Arsch gerettet, wenn ich das jetzt einfach mal so ausdrücken darf. Ein herzensguter Mensch, der mit seinen Liedern direkt ins Schwarze trifft.

Egal, welchen Song man gerade erwischt: Es ist immer mindestens eine Zeile dabei, wo man sich sagt: „Ja, genauso sieht es aus!“ Oder: „Ja, so fühle ich mich auch gerade.“

Seine Alben liefen und laufen in Dauerschleife. Nein, nicht auf dem Laptop, sondern noch wahrhaftig auf CD! Und mit jedem weiteren Hören kommt es einem so vor, als wenn man Matze schon seit Jahren kennen würde:

-Mit Matze kann man wunderbar bei einem alkoholischen Getränk über das Leben fachsimpeln. Egal zu welcher Stunde: Er leiht einem immer ein Ohr & ist sofort zur Stelle, wenn es brennen sollte. Er steckt voller Lebensfreude. Natürlich hat er auch mit seinen Dämonen zu kämpfen. Wer hat das nicht? Aber die unbändige Liebe von und zu seiner kleinen Familie lässt ihn schnell wieder zur Höchstform auflaufen. Ein Mensch, mit dem man lachen, weinen & Pferde stehlen kann.-

Ja, so würde ich ihn einschätzen.

Foto: Uwe Capelle

Matze, vielen Dank für deine Songs, die uns so unglaublich viel bedeuten und täglich den Arsch retten! Zeilen, die man für immer im Herzen tragen wird. 

„Du schreibst, da sind Städte, die dich umarmen. Heißt das, du fühlst dich geborgen oder nur gefangen? Ich denke an letzteres, wenn du weiter schreibst, du meinst langsam zu ersticken. Kein Wunder bei den Zombies da draussen und dem Druck und den Uhren, die immer schneller ticken.

Und wo du auch bist, was auch immer du jetzt tust, ich hoffe, dass du findest, was du brauchst. Ich hoffe, dass du findest, was du suchst.“ (Aus dem Song Ich hoffe dass du findest was du suchst...)

Tomte.

Meine erste große Liebe aus dem Hause Grand Hotel van Cleef.

Ich weiß noch wie heute, wie ich im März 2006 nach Berlin fuhr, um mir diese Band im Postbahnhof anzusehen. (Vorband die Kilians. Damals waren sie mir sympathischer…) Die Buchstaben über der Stadt– Tour. Es hat mich vom ersten Lied an verzaubert: Olli Koch wirbelte am Bass rum. Uhl war auch da schon um keinen Spruch verlegen. Das Lachen von Dennis hörte man noch bis in die letzten Reihen und Timo Bodenstein war der Fels in der Brandung. Es war Lybe auf den ersten Blick!

Mit Tomte habe ich unzählige Stunden in meinem Zimmer verbracht. Die Alben liefen rauf & runter. Jede neue Konzertankündigung wurde mit erhöhtem Puls aufgesogen und sofort versank ich in Pläne, wie ich am Besten nach Köln, Leer, Bochum, München oder Hamburg kommen könnte.

„Hinter all diesen Fenstern“- welch ein grandioses Album! Zeilen, die berühren. Zeilen, die dich nicht mehr loslassen, sondern dich begleiten. Egal, wo einen der Weg auch hinführen mag. Texte, die wieder neuen Mut geben. Besonders folgender, der am Ende jedes Konzertes noch minutenlang im Raum erklang. Nur gesungen vom Publikum. Mit aller Macht & Liebe. Und Ehrlichkeit.

„Die Schönheit der Chance, dass wir unser Leben lieben so spät es auch ist. Und das ist nicht die Sonne die untergeht, sondern die Erde die sich dreht.“ (Aus Schönheit der Chance)

Welch große Worte! Und daher ist es auch wenig verwunderlich, warum wir uns dazu entschieden haben, diesen kleinen Musikblog nach einer Songzeile aus „Wilhelm, das war nichts“ zu benennen. Darauf konnten wir uns recht schnell einigen: „Wie sollen wir den Blog nennen?“ „Es muss auf jeden Fall etwas mit Tomte zu tun haben!“

Eine Liebe, die nie zu Ende gehen wird. Punkt!

„Hinter all diesen Fenstern sitzen Menschen. Du hast es immer geahnt, dass sie es wert sind zu bleiben. Du bist den ganzen Weg gerannt.“ (Aus Du bist den ganzen Weg gerannt)

Danke, Tomte! Danke, Thees Uhlmann!

Gisbert zu Knyphausen.

Er könnte der nette Nachbar von nebenan sein.
Der perfekte Schwiegersohn.
Unscheinbar…

…bis er mit leisen Schritten in unser Leben trat. Einfach so. Und wir hatten nichts dagegen. Ganz im Gegenteil: Er verpackt all das in seinen Songs, was auch uns unter den Nägeln brennt und Bauchschmerzen bereitet.

Für manche Situationen fehlen uns einfach die Worte. Bei Gisbert sieht das anders aus:

Er haut uns in drei Minuten Textzeilen um die Ohren, die uns sprachlos machen. Zeilen, die sofort das Herz umklammern. Fester und immer fester.

Wann habe ich Gisbert eigentlich zum ersten Mal auf der Bühne erlebt? Wenn ich mich nicht ganz irre, dann war das im August 2008, als er im Gladhouse (Cottbus) vor Kettcar spielte. Ich weiß noch, dass fast die gesamte Band Barfuss auf der Bühne stand. Das Gladhouse war, wenn es hochkommt, vielleicht zur Hälfte gefüllt.

Das erste Lied wurde gespielt: Ich verliebte mich. In die Band. In Gisbert. In die Songs.

Ich liebte (und liebe) es, wenn er anfangs seinen Text in einer ruhigen Art und Weise von sich gab. Dann, gegen Ende des Liedes, erhob sich seine Stimme und er schrie es mit voller Kraft hinaus in die Welt! 

Dies erzeugte bei mir eine ungeheure Gänsehaut und mir standen auch schon die Tränen in den Augen.

Und daran hat sich bis heute nichts geändert!

Das Schöne ist, dass er trotz des großen Erfolges auf dem Boden geblieben ist: Auf der Bühne kommt er mir noch immer etwas zurückhaltend vor: Man möchte ihm am liebsten in den Arm nehmen und sagen: Es wird alles gut werden, glaub mir!

Auch bei unserem Interview 2009 machte er einen überaus sympathischen Eindruck. Man musste am Anfang zwar immer mal nachhaken, aber auch da platzte nach kurzer Zeit der Knoten und er erzählte und erzählte und erzählte!

Er steckte mich mit seiner freundlichen, ruhigen und lustigen Art an. Einfach ein angenehmer Zeitgenosse. 

„Was hast du der Menschheit jemals Gutes gebracht?
Außer Musik und Kunst und billigen Gedichten?
Hast du darüber schon mal nachgedacht?
Ach, fick dich ins Knie,
Melancholie,
Du kriegst mich nie klein.
Fick dich ins Knie,
Melancholie,
Du kriegst mich nie klein.“

(Aus Melancholie

Früher noch als Geheimtipp gehandelt, gehört er jetzt zu den ganz Großen.

Wir gönnen es ihm vom Herzen & hoffen, dass wir noch sehr viel von ihm hören und sehen werden! 

Danke, Gisbert!

ClickClickDecker.

Auch an diesen Musiker aus dem Hause Audiolith Records habe ich mein Herz verloren!

Vor einem Jahr bin ich frisch nach Hamburg gekommen. Und bei gutem Wetter ging es immer runter zum Hafen: Durch den Elbtunnel auf die andere Seite oder auch nur minutenlang auf einer Bank zu sitzen & die Schiffe und Menschen zu beobachten, die an mir vorüberzogen. In diesen Momenten hatte ich sehr oft die Lieder von ClickClickDecker nebenbei laufen und fühlte mich wohl. Und glücklich. Es öffnete mir das Herz die Songs zu hören und an einem der schönsten Orte in Hamburg zu stehen. Mein neues Zuhause.

ClickClickDecker fällt mir deswegen wahrscheinlich auch als Erstes ein, wenn ich an Hamburg denke oder jemand von dieser Stadt erzählt.

Foto: Jess R.

Im letzten Jahr, wo es mir nicht gerade sehr gut ging, passte folgender Text wie die berühmte Faust aufs Auge:

„Und was kommt dabei raus
Wenn du aufwachst und nicht mal mehr
Den Grund dafür erkennst
Was kann es beklemmenderes geben
Wenn die Außenhülle schläft
Und dabei innerlich verbrennst
Wer will nicht gefunden werden
Mit Anleitung zum selber erden
Und du fragst dich wo kommt dieses Jammern her
Die Dringlichkeiten abgewogen
Ein Unwetter längst aufgezogen
Ich will verschwunden sein im offenen Meer“

(Aus Mit Naumanns Füßen)

Dieser Text ging regelrecht durch Mark & Bein, wie man immer so schön sagt. Auch heute noch ein Song, der die Tränen aufsteigen lässt. 

Live sah ich CCD erst im April 2009 in Berlin. Mit Band spielte er dort im Magnet Club. Ich weiß noch, dass sich Simon Rass (Schlagzeuger) wahnsinnig darüber freute, dass er Backstage mit einem Hund rumtoben konnte. Vor Lars Lewerenz (Bass) hatte ich –zugegeben- Anfangs etwas „Angst“, weil er wie ein dahergelaufener Ghetto-Typ aussah und jederzeit eine Waffe hätte ziehen können, wenn ihn einer doof angemacht hätte. All das lief vor meinem geistigen Auge ab, als ich Lars vor dem Konzert kurz sah. (Mittlerweile sieht das natürlich ganz anders aus! Er und eine Waffe.. Obwohl.. Zählt eine Axt auch dazu..?)

Lewerenz spielte sich am Bass in die Herzen des Publikums und sorgte für einige Lacher! Und Oliver Stangl? Ach, einfach ein toller Typ! Punkt!

ClickClickDecker überzeugte mich von Anfang an. Egal, was er sang: Es kam vom Herzen! Kein schnödes „Ach, ich singe jetzt einfach stur den Text runter..“

Nein! Er bestückte die Texte mit einer scheinbar unbändigen Leidenschaft und spielte sich regelrecht in Extase!

Es fühlt sich einfach gut an, diesen Mann auf der Bühne zu erleben. Mit etwas, was ihm sehr viel bedeutet: der Musik. 

Deswegen freue ich mich umso mehr, dass ich ClickClickDecker bei der kommenden Tour (Ende März) an acht Abenden erleben darf! Die Vorfreude steigert sich bereits ins Unermessliche!

Vielen Dank, ClickClickDecker.

Henning Neuser.

Auch er darf selbstverständlich nicht fehlen: Die Grinsekatze auf zwei Pfot..äh..Beinen!

Jetzt, wo ich das gerade schreibe, bin ich am Überlegen, wie ich überhaupt auf Herrn Neuser aufmerksam geworden bin. Ich behaupte Folgendes:

Im Dezember 2008 zog es mich ins Blue Shell (Köln), da Thees Uhlmann dort sein alljährliches Solokonzert spielte. Und im Vorprogramm spielte Saender seine Songs. Mit Unterstützung von Henning Neuser.

Die Musik gefiel & als ich wieder zu Hause ankam, wurde gleich mal die Myspace Seite von Saender durchwühlt. Ohrwurm Nummer 1: Meine Art! Bis heute.

Und als 2009 einige Konzerte von Saender bekannt gegeben wurden, kam mir auch da wieder der Name Henning Neuser entgegengesprungen.

„Oh, sie spielen gemeinsam. Und dann noch 2x in Berlin. Da fahre ich doch hin.“

Gesagt, getan. 

„Ich frag mich wann
Komm ich da an wo ich hin will
Ich frag mich wer
Sagt mir wann es ist soweit
Dass es sich nicht mehr zu kämpfen lohnt“

(Aus I just can´t stop

Paar Wochen später saß ich im Intersoup und fand es etwas schade, dass sich anfangs nur fünf weitere Personen eingefunden hatten, um sich die Herren anzusehen. Schade! Nichtsdestotrotz gaben sie ihre Songs mit sehr viel Hingabe und Energie zum Besten.

Da stand Henning nun: Bewaffnet mit Gitarre & Loop Station versuchte er das Beste aus der Situation zu machen und brachte ein paar Sprüche, um die Stimmung aufzulockern. Was auch gelang! Wir hatten unseren Spaß und kurz darauf griff er schon in die Gitarrensaiten.

Er spielte sich sofort in mein Herz!

Ein Pausenclown, der auch anders kann: Von ergreifenden Texten zu einer Alkohol befürwortenden Hymne. Und wieder zurück. Eine perfekte Mischung aus leisen Passagen, mitreißenden Texten und Mitmach- Nummern.

Es war alles dabei, was man sich nur hätte wünschen können!

Und nach diesem Konzert war mir klar: Das war garantiert nicht das letzte Mal, dass ich ihn mir ansehen werde! 

Genau. So war das mit Neuser. Und ich bin froh, dass ich ihn und seine Musik kennenlernen durfte. Es ist großartig, was er zustande bringt und ich hoffe, dass bald noch mehr Leute auf ihn aufmerksam werden. Verdient hätte er es!

Danke, Henning!

Ach, so könnte ich wohl ewig weitermachen!

Die Musik rettet Leben! Sie bringt uns zum Lachen, Nachdenken oder Weinen. Sie ist vielfältig und man kann sich Stundenlang mit ihr beschäftigen.

Musik= Lybe!

Punkt.

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One response to “Musik? Lebensretter!”

  1. KTK says :

    Hey,
    bin über Clicks Seite auf Dich gestoßen. Bin sehr neidisch, dass du Click an 8 Abenden anschauen gehst!! Da wär ich gern dabei.
    Falls Du Mitschnitte tauschen möchtest, meld dich per Email.

    Gruß
    KTK

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