„Scheiss Song, guter Bandname.“ Red Light White Light im Kurzinterview

Verdammte Vorweihnachtszeit! Für nichts hat man Zeit. Stattdessen hetzt man von Termin zu Termin. Stürzt von dem Schmuckgeschäft rüber in den Blumenladen. Oder stolpert von der einen Arbeit in die andere. Ein Teufelskreis! Auch bei uns und der Band ist die Zeit im Dezember spärlich gesät, sodass wir den Herren von Red Light White Light einige Fragen per Mail zukommen ließen.

„angus, christian und jan sind auf der autobahn indierock schon in verschiedene richtungen gefahren. rock (the common down, dernameistsolangdenkannsichehkeinschweinmerken), pop (scholle, catharina boutari) wave (4 von millionen) sogar indiefunk und indiesurf waren dabei.

sie werfen an der raststätte alles noch mal zusammen in einen kleinwagen und man hört rote und weiße lichter, eine art schottisch- hanseatisches feuerwerk aus gitarre, bass und schlagzeug.

du sagst 90er jahre, du sagst built to spill und dinosaur jr, du sagst brit bop, du sagst grunge, du sagst crazy horse und gang of four.

sie sagen ja. just gimme indierock.“

Angus, Sänger. Als ich ihn sah, kam es mir vor, als ob Dino Spiluttini (Sänger von Liger) vor mir stehen würde. Eine gewisse Ähnlichkeit besteht. Wie viele Pedale hatte er überhaupt vor sich zu liegen? 7 oder doch eher 9? Auf jeden Fall sehr viele, sodass mir beim bloßen Hinsehen schon leicht schwindelig wurde. Die Füße hatten einiges zu tun: von links nach rechts und wieder zurück. Nichtsdestotrotz überzeugte er mit seiner Stimme und seiner charmanten Art.

Angus.

Christian, Bassist. Damals unter anderem bei der Band Dernameistsolangdenkannsichehkeinschweinmerken dabei gewesen. Er hat scheinbar die Ruhe weg. Souveränität am Bass. Zwischendurch schenkte er dem Publikum ein lächeln. Er wird nicht umsonst als „Der David Hasselhoff Hamburgs, nur jünger!“ vorgestellt.

Christian.

Jan, Schlagzeuger. Er stärkt Angus und Christian den Rücken- im wahrsten Sinne des Wortes! Es kam einen so vor, als ob ihm das Spielen leicht von der Hand ging und er keine Probleme hätte, wenn er 3 Tage am Stück am Trommeln wäre. Er ist der Mr. Proper unter den Schlagzeugern. Ja, das ist als Kompliment zu verstehen.

Jan.

Lange Rede, kurzer Sinn: In dieser Band läuft es harmonisch ab. Auf der Bühne sind sie jetzt schon ein eingespieltes Team und geben alles- bis die Hände, Füße und Stimmbänder bluten! Aber wisst ihr was? Überzeugt euch doch einfach selbst! Denn am 16. Dezember spielen sie mit The Drakes im Kaiserkeller in Hamburg. Bitte hingehen, denn das wird bestimmt großartig werden!

Wie fing das mit euch und der Musik an? Was hat euch dazu bewegt, selber Musik zu machen?

Christian: Als ich mit Bass anfing spielte ich Blues, ein Kumpel hat mich dazu gezwungen. Und der war einfach zu spielen. Und dann kam „Nevermind“ raus. Dann wollte ich nur noch in einer Rock Band spielen. Die Platte war eine Offenbarung für mich.

Jan: Ich habe früher im TV immer nur auf den Schlagzeuger geguckt und klassisch auf dem Sofakissen mit Kochlöffeln mit getrommelt. Trio zum Beispiel. 

Angus: Nachdem ich festgestellt habe, dass ich nie, nie, nie wie Jimi Hendrix auf der „Jimi Plays Monterey“ (auf VHS) spielen konnte kam dann die Erleuchtung in Form von The Wedding Present und PJ Harvey. Einfach und trotzdem so vielseitig.

Was bedeutet Euch Musik?

Der beste Seelentröster, der nicht die Leber zerstört.

Wer sind Eure musikalischen Vorbilder?

Angus: Das ist halt so eine Sache mit den Vorbildern. Jeder hat sie, also sind sie auch wichtig. Aber man muss sie auch zur Seite stellen können, sich nicht von ihnen einschüchtern lassen. Also erst lieben, und dann vergessen. Es gab und gibt so viele großartige Bands und Musiker, irgendwie sind sie so wichtig für uns, aber irgendwie auch völlig egal.

Christian: Sehr viele, aber meine beiden Lieblingsbassisten sind sehr unterschiedlich. Das sind Peter Hook von New Order und der Typ von Crazy Horse. Denen will ich nicht nacheifern oder so, aber ich liebe sie trotzdem.

Jan: DJ Fontana, Stewart Copeland und Hans-Joachim Behrendt von Ideal.

Wie habt ihr Euch kennen gelernt und wann kam der Entschluss, Red Light White Light zu Gründen?

Christian: Eine gemeinsame Freundin hat uns quasi zusammen geführt. Ich kenne Jan schon seid dem musikalischen Sandkasten. Wir waren auf der Suche nach DEM Gitarristen. Die besagte Freundin erzählte von einem traurig aussehenden Mann, der im Eldorado in sein Bier rein heulte, weil er keine Band hatte. Das war Angus. Wir haben uns auf einem Mogwai Konzert im damaligen Schlachthof das erste Mal kennen gelernt. Am Merch- Stand hat es Zoom gemacht. Wir spielten eine Weile zusammen in einer Band, als sie auseinanderging, war klar, dass es Red Light White Light geben muss. 

Wie kam es zum Namen Red Light White Light?

Angus: Bandnamen zu finden ist glaube ich das schlimmste auf der Welt. Naja, fast. Wir hatten nach Monaten irgendwann ein paar schlechte Vorschläge zusammen, darunter „Miami Viceroy“ und „Octomom“. Red Light White Light war ein alter Song von mir, den wir ein paar Mal im Proberaum gespielt und dann nicht weiter verfolgt haben. Scheiss Song, guter Bandname. 

Englische Texte: Gibt es einen besonderen Grund dafür?

Angus: I’m from Mull on the west coast of Scotland. It’s what they talk there.

Jan + Christian: Wir hatten schon viele Bands zusammen. Red Light White Light ist die erste Band seit langem in der auf Englisch gesungen wird. Das ist ungewohnt aber auch befreiend. Wir wissen zum Teil bis heute nicht, was er an manchen Stellen genau meint.

Angus: Und das ist auch gut so.

Wann und wo fand Euer allererstes Konzert statt und wie lief es?

Sommer 2010 in der Astra Stube. Es war heiss, heiss, heiss. Und hot.

Wie war für Euch das Konzert im Grünen Jäger?

Unser drittes Konzert. Es war voll. Und schön. Trotz ein paar technical difficulties. Jemand sagte zu uns danach: „Jungs, ich bin Produzent. Und will unbedingt eine Platte mit euch machen“. Oder so. Und das war kein Spinner, sondern Ben Schadow, der Bassist von Bernd Begemann. Und das machen wir auch im Frühjahr 2011.

Wann kann man Euch demnächst wieder auf der Bühne erleben?

Am 16.12.2010 mit den Drakes im Kaiserkeller.

Welche Pläne habt ihr noch?

Jan: Koks und Nutten.

Christian: Nur Koks.

Angus: Nur Nutten. Und ich fände es schön, wenn wegen uns in UK Top Of The Pops wieder ausgestrahlt werden muss. In Wirklichkeit aber träume ich heimlich von einem Auftritt bei Later… with Jules Holland. Eine fantastische Musiksendung.

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