Grand Hotel vs. Audiolith Records!

Im Boxring stehen sich folgende Personen gegenüber: In der einen Ecke findet man Lars Lewerenz. Die Alkoholvernichtungsmaschine (von anderen wird er auch einfach nur liebevoll “der alte Mann” genannt) hält Audiolith Records mit viel Herzblut, Schweiß und Bestechungsgeldern am Laufen. In der anderen Ecke findet man Rainer G. Ott, kurz: Gott. Er klopfte damals an die Tür vom Grand Hotel van Cleef. Diese wurde ihm von Marcus Wiebusch geöffnet, Thees Uhlmann reichte ein Bier rüber und Reimer hatte die Vision, dass aus Rainer noch etwas Großes werden kann: Gott! Seitdem ist er bei diesem Label nicht mehr wegzudenken. Wir ließen die beiden Giganten aufeinander los und gingen in Deckung!

Lars Lewerenz

Lars Lewerenz

Was bestimmt schon oft gefragt wurde, hier aber nicht fehlen darf: Wie kamen die Labels zustande?

Lars: Ich habe einfach das gemacht, worauf ich Bock hatte… Und irgendwann hat man festgestellt, dass man eine Firma hat.

Rainer: Ich wurde noch nie gefragt, da ich bei der Gründung nicht dabei war. Aber es war ähnlich wie bei Lars. Die Platten von Kettcar und Tomte wollte Niemand machen und so wurde es eben selbst gemacht. Heutzutage freut man sich über den Klotz am Bein!

Lars: Man freut sich darüber, dass man sein eigener Chef ist.

Wer gehört bei euch alles zum Team?

Lars: Bei Audiolith sind das ich (Lars Lewerenz), Sven Naumann, als freier Mitarbeiter in Sachen Mailorder, Merchandise und IT, unser derzeitiger Praktikant Moritz und eine weitere Praktikantin, Dilan, die aber nur 3 Wochen bei uns ist. Fest sind es immer 3 Leute, die beim Label und Verlag arbeiten. Audiolith Booking übernimmt Artur Schock, der in Berlin sitzt. Er arbeitet aber auf eigene Rechnung. Das ist das Team von der Label- und Verlagsseite aus. Die Bands sind dann das andere Team.

Rainer: Bei uns ist es ähnlich aufgestellt: Als Label, Bookingfirma und Verlag. Dazu kommt, dass ich mit unserem Booker Danny eine kleine Managementfirma habe, was gleich wichtig wird. Denn in Köln sitzen 3 Personen: Benni und Anna. Zwei Auszubildende und eben Danny. Die arbeiten für Grand Hotel-Booking, aber auch für Liftboy-Management. Thees Uhlmann sitzt in Berlin und in Hamburg sind wir 5 Leute, plus Praktikanten. Der Shop wechselt gerade die Personalie. Simon will sich nach 7 Jahren umorientieren. Der “neue Simon” ist unser Freund Renke, der sein eigenes Label „Zeitstrafe“ betreibt und aus derselben Szene kommt. Bei uns gehören die Bands nicht mit zum Team!

Lars, als Sven Naumann damals bei dir anfing, warst du kurz darauf schon auf Tour mit ClickClickDecker. Hattest du keine Bedenken, ihn alleine zu lassen?

Lars: Sven ist ein erwachsener Mann. A ist er mit einer guten Freundin von mir befreundet und B hat er die letzten 15 Jahre im Logistikbereich gearbeitet. Das war so ein hanseatischer Handschlagsdeal, den ich mit ihm gemacht habe und er hat mich bis jetzt noch nicht enttäuscht. Es gab auch eine Vorgeschichte dazu, die man vielleicht nicht veröffentlichen sollte oder vielleicht doch: Ein Praktikant hat mir Geld gezogen. Da gab es die Situation, dass ich ihn rausschmeißen musste. Da war ich ohne Personal und zum Glück ist dann Sven zu mir gekommen.

Rainer: Und ich glaube, von außen betrachtet, dass sich Sven sehr einbringt. Dass er zum Beispiel Gestaltungsmöglichkeiten hat und Lewe das sofort erkannt hat, dass er das kann.

Lars: Er sieht die Arbeit und kann was. Er kannte das Label vorher nicht wirklich. Er will arbeiten. Es ist auch wichtig, dass er so ein Projekt wie den Webshop und die Website hat, wo er sich austoben kann. Dieser Monat ist der beste, den wir im Webshop hatten, weil der Kundenservice einfach gut ist.

Rainer: Und weil ich wieder bestellt habe!

Lars: Sven sieht es als seine Leidenschaft. Er hat Bock auf Kundenkontakt, Zahlen und all den Schrott. Er macht es gerne, das Feedback wird größer und das ist eine gute Sache.

Rainer: Es ist tatsächlich der Vorteil, wenn man aus der DIY-Szene kommt: Man sieht die Aufgaben und Projekte selbst und will sie selbstständig verbessern oder entwickeln.

Lars: Es muss sich bewegen. Man muss Ziele haben und auch gewillt sein Fehler zu machen. Dass man nicht die alten Pfade einschlägt und es so wie im letzten Jahr macht, sondern sagt: Wir machen die Sachen jetzt anders um an das Ziel zu kommen. Manchmal mit wenig, manchmal mit viel Geld.

Rainer: Manchmal auch mit 500 Euro Bestechung!

Lars: Das ist einfach die große Freiheit, die wir haben: Wir können machen was wir wollen. Es ist alles auf Augenhöhe. Jeder kann seine Bedenken und Kritiken äußern und dann guckt man weiter, wie man das nach vorne bringt.

Audiolith Records hast du alleine ins Leben gerufen, während das Grand Hotel van Cleef von 3 Leuten geleitet wurde. Wo seht ihr die Vor- und Nachteile, wenn man es einmal alleine und das andere Mal mit mehreren Leuten aufzieht?

Lars: Generell ist das nicht vergleichbar. 3 Jungs sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen und ich habe entschieden, das alleine zu machen. Bei allen hat das auch gezündet. Seit wann gibt es euch? 7 oder 8 Jahre?

Rainer: Ja, 8 Jahre.

Lars: Sonst würden wir jetzt nicht hier sitzen und darüber sprechen. Es hat sich über die Zeit auch verändert. Im Endeffekt hat man sich dann zusammengetan und macht das, worauf man Bock hat. Bisher hat das auch gut geklappt. Da ist es egal, ob es 3 oder nur eine Person sind. Hauptsache man kann das stemmen, was der Alltag bietet.

Rainer: Was war denn dein erster Release?

Lars: The Dance Inc. – Both Sides of the Ocean.

Rainer: Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber mein erster Gedanke war, als du die Frage gestellt hast: Ich glaube, dass es alleine nicht möglich gewesen wäre, dass Grand Hotel aus dem Boden zu stampfen, weil man damals bereits gesehen hat – bis auf die anderen Plattenfirmen -, dass Kettcar relativ groß werden. Es war am Anfang schon größer gedacht. Wie war das denn bei dir? Ich habe die ersten Jahre nicht so verfolgt, aber bei dir ist es langsamer und stetiger gewachsen, als beim Grand Hotel. Und wenn Thees jetzt dort alleine gesessen hätte, wüsste ich nicht, ob er das alleine hätte schaffen können.

Wo hattet ihr denn anfangs eure Büros?

Rainer: Immer, wenn ich mit Wiebusch über die Stresemannstraße an der Blitzanlage vorbeifahre, sagt er: “Hier! Hier war das erste Grand Hotel!” Und Thees erzählt dann immer: “Licht hatten wir nur, wenn wieder jemand zu schnell gefahren ist.” Dann sind sie direkt hierher zum neuen Kamp 25 gezogen. Als Karostar kam, ist man hierhergegangen und im November letzten Jahres sind wir 100 m weitergezogen, weil ich das Großraumbüro nicht mehr ertragen konnte. Und weil Audiolith größere Räume braucht! Bei uns ist auch noch ganz wichtig, dass das Büro nicht mehr als 100 m vom St. Pauli Stadion entfernt ist. Das stimmt wirklich!

Lars: Sehr gut! Ich hatte anfangs aus meinem Wohnzimmer heraus gearbeitet, wo ich meinen Rechner und alles stehen hatte. Seit März 2007 habe ich ein 23 m² Büro hier im Karostar.

(Glückskind Rainer findet genau vor seinen Füßen zwei 50 Cent-Stücke. Es wurde brüderlich mit Lars geteilt und später in einen Kaffee investiert.)

Wie kam überhaupt der erste Kontakt zwischen Audiolith und dem Grand Hotel zustande?

Rainer: Ich kann das beantworten! Auch das war vor meiner Zeit, aber die Geschichte wird immer wieder gerne erzählt: Lars kam irgendwann ins Büro. Niemand kannte ihn so wirklich, nur so ein bisschen vom Sehen. Und er kam rein und meinte: “Hey, ich brauche ein Auto. Ich muss zu einem Konzert fahren!” Aber das Konzert war jetzt nicht in Wilhelmsburg, sondern irgendwo in Österreich. Also 800 km entfernt. Und ich glaube, dass du das Auto auch bekommen hast. So wird es mir jedenfalls immer erzählt!

Lars: Echt?

Rainer: Ist ja auch egal, ob die Geschichte stimmt.

Lars: Ich sage nichts mehr dazu. Die Geschichte stimmt! Aber eins muss ich noch sagen…

Rainer: …du hast keinen Führerschein!

Lars: Ich kannte Thees schon dadurch, als er durch Tomte nach Hamburg gegangen ist und wir im selben Proberaum waren. Marcus habe ich erst später kennengelernt.

Rainer: Meine Geschichte ist besser!

Lars: 800 km nach Jugoslawien…

Rainer: Genau! In irgendein Land, wo man mit so einem Mietauto vom ADAC aus nicht fahren darf, weil es nicht versichert ist.

Was ist das Besondere an euren Labels?

Lars: Ich sage immer so: Ein Label kann jeder Arsch haben. Man muss aber sagen, dass es extrem coole Leute sind, die diesen ganzen Scheiß schmeißen. Es ist alles auf Augenhöhe. Es ist keine reine Geschäftsbeziehung, sondern es ist alles freundschaftlich, was auch neben dem Label besteht. Das ist spitze.

Rainer: Ja, das ist bei uns auch so.

Wann habt ihr zum ersten Mal gemerkt, dass das Label Früchte trägt?

Rainer: Beim Grand Hotel relativ schnell, da die Platte von Kettcar überall abgefeiert wurde. Die Platte von Tomte hatte ebenfalls einen Traumstart.

Lars: Ich habe es gemerkt, als sich die ersten Leute das Audiolith-Logo haben tätowieren lassen. Das ist schon eine Sache, wo die Leute emotional daran gebunden sind. Erfolg ist auch, wenn man zum Beispiel 3000 Platten verkauft oder ein Konzert ausverkauft ist. Aber das soziale Netzwerk, die Leute dahinter und die, die darauf abfeiern… Das ist das wichtigste daran. Jeder kann – wie gesagt – ein Label machen. Aber die Kunst daran ist, dass man die Leute emotionalisiert, daran bindet und das gesagt wird: Das ist ein geiles Label. Dafür gebe ich mein Geld aus. Dass man merkt, dass die Leute es total abfeiern und es ein Teil ihres Alltages ist. Das ist auch bei Bands wie Tomte und Kettcar so, wo die Texte für sich sprechen und es kein Mainstreamgejaule ist. Bei den Bands vom Grand Hotel ist es auch so, dass sich die Leute mit den Texten beschäftigen und das leben die auch. Das ist ein großer Erfolg, wie ich finde.

Was würdet ihr den Leuten raten, die auch vorhaben ein Label zu gründen?

Lars: Kein Label zu gründen!

Rainer: Das würde ich auch raten. Werdet lieber Fahrradkurier oder Bäcker.

Lars: Es wird auch viel von der Krise erzählt: Künstler brauchen keine Labels mehr und umgekehrt, Platten verkaufen sich nicht mehr, usw.! Wir sind nicht nur als Label aufgestellt, sondern haben noch andere Geschäftsfelder. Sei es im Verlag, Merchandiserechte oder Management. Man muss eine eigene Idee davon haben, was man machen will. Wenn es ein Label ist, dann soll es die Person gerne machen.

Was sollten die Bands mitbringen, um zu euch zu passen?

Rainer: Auf jeden Fall eine Eigenständigkeit. Eigentlich möchte ich jetzt sagen, dass es eine persönliche Beziehung geben sollte. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, gibt es bei uns An Horse aus Australien, die wir vorher nicht getroffen haben. Glücklicherweise ist es so, dass man dieselbe Sprache spricht, sich dann getroffen hat und es somit eine persönliche Beziehung gibt. Ich sage trotzdem, dass eine persönliche Beziehung da sein muss. In diesem Fall war es so, dass es über Ecken lief, von Leuten denen man vertraut. Ganz wichtig ist uns also die Eigenständigkeit und dass man dieselbe Sprache spricht.

Lars: Das ist bei uns ähnlich. Es muss natürlich auch gute Musik sein.

Rainer: Das ist bei uns nicht so wichtig!

Lars: Wie gesagt, man kann seinen Tag auch mit Arschlöchern vergeuden, die viele Platten verkaufen. Aber das wäre für den Alltag nicht so gut. Ich habe ja jetzt schon graue Haare.

Rainer: Ich habe mehr!

Lars: Meine Freundin reißt mir die grauen Haare auch immer raus! Man muss mit den Bands auf Augenhöhe sein. Sie müssen eine Vision, Ideen haben und an sich arbeiten wollen. Sie sollten sich nicht nur als Künstler sehen. Eine gehörige Portion Größenwahn gehört ebenfalls dazu, auch wenn man es nicht so raushängen lässt.

Wie werden die Bands bei euch dann ausgesucht? Wird vielleicht abgestimmt oder ähnliches?

Lars: Man holt sich schon Feedback von verschiedenen Leuten ein. Es gibt Bands, die man macht und an die man glaubt, wie zum Beispiel The Dance Inc. oder Dadajugend Polyform. Irgendwann löst sich die Band auf, weil es kein Feedback gibt.

Rainer: Wir stimmen nicht ab, aber es wird viel darüber gesprochen. Wenn einer sagt, dass er unbedingt diese Platte machen will, dann wird die auch gemacht. Selbst wenn ich eine Platte machen möchte, hole ich mir andere Meinungen ein: Wie seht ihr das? Ist das spannend? Kann das funktionieren? Welche Perspektive hat man? Die ganzen Parameter müssen dann wirklich stimmen.

Hin und wieder werden auch Praktikanten gesucht: Was müssen die Bewerber mitbringen?

Rainer: Eigentlich ist es dasselbe wie mit den Bands: Man muss dieselbe Sprache sprechen, sonst funktioniert das nicht. Was ich immer gerne habe, ist, wenn sie mit Sachen von denen ich keine Ahnung habe, besser umgehen können. Dass sie mir zum Beispiel neue Plattformen vorstellen. Ich bin dafür zu langsam.

Lars: Man sollte auf jeden Fall die Arbeit von allein sehen, das ist in jedem Fall wichtig. Ansonsten: Technische Sachen sollte man können, gut am Telefon und im Schreiben von E-Mails sein, Sachen schnell kapieren und umsetzen, Eigeninitiative mitbringen und eine Idee haben, wo es danach hingehen soll. Wichtig finde ich auch, dass man kein Fan ist. Es gibt nichts schlimmeres, als wenn man im Büro sitzt und jemand kommt rein und himmelt Einen an. Wir sind auch nur stinknormale Leute.

Rainer: Und die Person sollte auch verstehen, was man da macht. Wir hatten auch schon Leute, die wahrscheinlich 5 Bewerbungen vorweisen müssen und überhaupt nicht wissen, wo sie sich beworben haben. Das ist auch bei den Bands so. Was wir manchmal für Demos bekommen, wo man denkt: Schaut vorher doch einmal auf die Homepage, bevor die 3 Euro für das Porto ausgegeben werden.

Hattet ihr beim Grand Hotel schon einmal schlechte Erfahrungen mit einem Praktikanten gemacht?

Rainer: Lass mich kurz überlegen… Nein, ganz im Gegenteil! Mit unseren ehemaligen Praktikanten sind wir noch freundschaftlich verbunden. Jedes Jahr werden sie zur Weihnachtsfeier eingeladen und kommen dann auch. Ganz egal, wohin es sie verschlagen hat: Ob aus Nürnberg, Saarbrücken oder Berlin. Wenn es etwas umsonst gibt, dann kommen sie alle wieder!

Lars: Und eure Praktikanten haben teilweise auch richtig Karriere gemacht, oder?

Rainer: Ja, muss man sagen. Wir haben mehrere, die es in eine Ausbildung in einen Musikbetrieb geschafft haben. Also bei uns gab es glücklicherweise noch keine Probleme. Aber wir fahren auch nicht einfach auf Tour…

Kommen wir jetzt zu den Festivals: Wo und wann fanden die ersten statt und wie kam es dazu?

Rainer: Das erste Fest van Cleef, was früher noch “Simon, die alte Frau van Cleef und ich-Festival” hieß, fand 2005 statt. Mal sehen, ob ich die Städte noch zusammenbekomme: Hannover, Trier und Bonn. Die Idee ist so ein bisschen geklaut. Außerdem wollten wir alle unbedingt Mal mit The Weakerthans auf Tour sein. Dann haben wir diese Festivals ins Leben gerufen. Im Laufe der Jahre haben wir mit den Festivals unsere Erfahrungen gemacht. Jetzt im fünften Jahr wollten wir eigentlich was Besonders machen und 2 Tage in Hamburg spielen. Aber wir haben einfach nichts Passendes gefunden. Wir haben uns dann überlegt, dass wir Indoor-Festivals machen wollen und haben das Ganze dann auf den Winter verlegt. Für Hamburg haben wir uns noch etwas Spezielles überlegt, was wir an dem Tag vor den eigentlichen Festivals machen. Und im dritten oder im zweiten Jahr… Oder haben wir nur Mal darüber gesprochen, dass ihr die Aftershow macht?

Lars: Das ist dieses Jahr das erste Mal.

Rainer: Achso! Aber wir sprechen schon seit Jahren darüber! Dieses Jahr wird es hoffentlich soweit sein, dass die Aftershowparty von unserem befreundeten Label Audiolith gemacht wird.

Lars: Sehr gerne!

Nachdem ich bereits bis Minute 27 (von etwa 41 Minuten!) abgetippt habe, ging nichts mehr! Ich rate euch folgendes bei einem Kauf eines neuen Diktiergerätes: Schaut vorher, dass die Pausen- und Löschtaste nicht die gleiche ist! Ansonsten ist alles schneller weg, als man gucken kann! Hiermit geht nochmal ein großes Dankeschön an Lars und Rainer für die erneute Beantwortung der letzten Fragen per E-Mail!

Wie kommt es bei euch zur Auswahl der Bands für die Festivals?

Rainer: Zu 99% sind das label-, verlags- oder bookingeigene Bands. Oder einfach Bands, auf die wir uns alle einigen können wie die Weakerthans, I Am Kloot, Gisbert zu Knyphausen, Kante oder Niels Frevert, die einfach zu uns passen und mit denen wir auch sonst gerne rumhängen. Dann natürlich immer auch gerne Bands, die gerade eine Platte draußen haben oder neues Material vorstellen. Bisher haben wir es leider noch nicht geschafft unsere Hardcorebands wie Escapado und Propagandhi ins Line Up zu integrieren, aber das schaffen wir auch noch irgendwann.

Lars: Auf der Audiolith Dorfdiskotour wurde z. B. gewürfelt, welche Reihenfolge am Abend gespielt wird. Ansonsten wirft der Booker alle Namen in einen Hut und zieht die Bands, die spielen. Kommt darauf an, wer Zeit und Lust hat. Alles geht, keiner muss.

Was lief Mal nicht so gut und was waren die schönsten Erlebnisse?

Rainer: Was nicht gut lief? Die Ticketverkäufe! Hahaha, nein, ein Witz! Bis jetzt ist immer alles gut gewesen. Der schönste Moment? Als Thees beim ersten Fest van Cleef überhaupt in Hannover die Weakerthans angekündigt hat: “Ladies und Gentlemen, jetzt die Band, warum wir das GHvC gegründet haben: Unser aller Lieblingsband: die Weakerthans!” Und immer die erste Nacht zu Hause nach dem Fest van Cleef im eigenen Bett, weil die 3 Tage für mich auch echt immer derbe anstrengend sind.

Lars: Ich war leider zu oft zu betrunken, dass ich mich nicht mehr wirklich an schöne Momente erinnern kann. Eine der besten Sachen, die Audiolith an den Start gebracht hat, war der Audiolith Parkplatz Rave auf dem Melt! Festival 2008. Wahnsinn war das!

Kommen wir doch zu der sportlichen Seite: Wo und wann fand das erste Fußballspiel statt und wie kam es dazu?

Rainer: Keine Ahnung. Die erste Fußball-WM war irgendwann in den 40ern in Uruguay. Das weiß ich, weil ich meine erste Fernreise dahin gemacht hatte. Die ersten Fußballspiele im GHvC-Umfeld waren wahrscheinlich bei Festivals wie dem Immergut und Berlinova. Auch auf den ersten selbstorganisierten Festivals gab es Fußballspiele zu den Veröffentlichungen von Kettcar und Tomte. Na ja und jetzt lassen wir die gute alte Tradition noch einmal aufleben und wiederholen England gegen Deutschland und das GHvC spielt gegen Young Rebel Set.

Lars: Audiolith kommt mit einer stabilen Hooliganggruppe!

Welche Chancen rechnet ihr euch gegen Young Rebel Set aus?

Rainer: Die Frage muss Malek beantworten. Er ist unser Spielertrainer und hat die Engländer und uns (ausgiebig) studiert.

Malek: Okay, dann übernehme ich mal. Also ich gehe mal davon aus, du meinst Chancen auf dem Platz und nicht für die 3. Halbzeit oder den Tresen. Da wir für dieses Spiel eine gute Mischung aus Erfahrung haben (was natürlich nicht gleich alt heißt), es seien hier nur Marcus Wiebusch, Rainer, Danny, Dirk von Community Promotion und unserer Nummer 10 Thees Uhlmann genannt, sowie die hemmungslosen Jungspunde wie Sebastian und Felix von Escapado, Erik Langer und Phillip B.. Deshalb glaube ich die Chancen stehen nicht schlecht. Natürlich darf der Migrationshintergrund beim Fußball nicht außer acht gelassen werden, ich darf vorstellen: Malek. Außerdem sind wir natürlich auch sozial engagiert und haben Renke von der Straße (Hallo, Zeitstrafe) direkt in unser Team geholt. Technische Hilfsmittel bekommen wir außerdem noch von Marcus G. gestellt. Also glaube ich schon, dass wir ganz gut aufgestellt sind gegen Young Rebel Set, obwohl man bei denen ja nie so genau weiß, was die aus dem Hut zaubern. Außerdem darf man nicht vergessen, dass wir in Reimer Bustorff einen herben Ausfall zu verkraften haben, trotz aller Schamanen und medizinischer Mittel, die wir mobilisiert haben. Aber am besten guckt ihr es euch selbst an am 6.8.!

Lars, wen würdest du dir in das Audiolith-Team holen?

Lars: Fußball? Hab ich keine Ahnung von! Audolith hat glaube ich auch mal ein Team gehabt beim Cup der Guten in der Sternschanze. Das Team bestand aber nur aus irgendwelchen Leuten. Klar können einige auch Sport, die bei Audiolith veröffentlichen, aber Abhängen, Bier saufen und Mucke hören am Spielfeldrand ist eher unser Ding.

Ist Audiolith genauso sportlich aktiv wie das Grand Hotel?

Rainer: Nicht annähernd.

Lars: Niemals! GHvC ist quasi der Innenbegriff von Sport!

Lars, bei Facebook ist vor einiger Zeit eine Gruppe mit dem Namen “Audiolith ist scheiße” aufgetaucht. Deine erste Reaktion darauf und was denkst du jetzt darüber?

Lars: Ich hab gelacht und dachte, ich hätte in einer geistigen Umnachtung mal wieder ein hervorragenden Promostunt gelandet. Aber wir haben damit nichts zu tun. Es zeigt aber, dass es Leute gibt, die genauso bekloppt sind wie ich. Super find ich das!

Wie kam es zu “Fuck Audiolith!”?

Lars: Ich war bei The Game im Uebel und Gefährlich und als er auf die Bühne kommt, sagt er als erstes: „FUCK JAY-Z“ und das Publikum „FUCK JAY-Z“. Fand ich sehr beeindruckend. An dem Abend hab ich mir „FUCK Audiolith“ ausgedacht! Crazy oder? Ich finde eine gesunde Portion Selbstironie muss immer am Start sein! Nichts ist so lustig wie Schwachsinn. Auch 1000-mal besser als Leute, die sich dann wirklich in der “Szene” über einige Leute in ihren Texten auslassen. Ich hab eine Webseite www.audiolith.net. Da steht meine Nummer, ruft mich an, wenn ihr mich dissen wollt!

Wenn es die Labels irgendwann nicht mehr geben sollte, wo würdet ihr euch dann sehen? Sollte es im musikalischen Bereich bleiben?

Lars: Ey, mal ehrlich, wenn ich die Schnauze irgendwann vielleicht voll habe, dann werde ich was auch immer machen. Ich kann glaube ich von mir sagen, dass ich nicht dumm in der Birne bin und fast alles kann… naja, übertrieben! Handwerkliche Arbeit mag ich auch. Keine Ahnung, was kommen wird.

Rainer: Nein, ich werd dann wieder Fahrradkurier

Kurz zu den Online-Shops: Bei Audiolith kann man sich das bestellte Zeug im Büro abholen. Wäre das auch etwas für das Grand Hotel?

Rainer: Klar, wenn ihr mal in Röbel seid, könnt Ihr klingeln.

Lars: Ihr habt ein Lager in Röbel? Geil! Wir haben auch einen Lieferservice und bringen es den Leuten persönlich nach Hause.

Was steht als nächstes bei euch an?

Lars: Urlaub! ULTRNX EP! SAALSCHUTZ ALBUM! Was Hirnverbranntes ausdenken! Artur Schock ein Bier ausgeben!

Rainer: Feierabend.

(Ursprünglich veröffentlicht bei Rock Fucker Rock)

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